{"id":4985,"date":"2023-08-18T11:58:13","date_gmt":"2023-08-18T09:58:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zist.de\/blog\/?p=4985"},"modified":"2023-08-18T12:04:16","modified_gmt":"2023-08-18T10:04:16","slug":"ist-selbsterfahrung-politisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zist.de\/blog\/2023\/08\/18\/ist-selbsterfahrung-politisch\/","title":{"rendered":"IST SELBSTERFAHRUNG POLITISCH?"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><div class=\"ShariffHeadline\">Diesen Beitrag teilen <\/div><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-large\"><li class=\"shariff-button whatsapp shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#5cbe4a\"><a href=\"https:\/\/api.whatsapp.com\/send?text=https%3A%2F%2Fwww.zist.de%2Fblog%2F2023%2F08%2F18%2Fist-selbsterfahrung-politisch%2F%20IST%20SELBSTERFAHRUNG%20POLITISCH%3F\" title=\"Bei Whatsapp teilen\" aria-label=\"Bei Whatsapp teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#34af23; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#34af23\" d=\"M17.6 17.4q0.2 0 1.7 0.8t1.6 0.9q0 0.1 0 0.3 0 0.6-0.3 1.4-0.3 0.7-1.3 1.2t-1.8 0.5q-1 0-3.4-1.1-1.7-0.8-3-2.1t-2.6-3.3q-1.3-1.9-1.3-3.5v-0.1q0.1-1.6 1.3-2.8 0.4-0.4 0.9-0.4 0.1 0 0.3 0t0.3 0q0.3 0 0.5 0.1t0.3 0.5q0.1 0.4 0.6 1.6t0.4 1.3q0 0.4-0.6 1t-0.6 0.8q0 0.1 0.1 0.3 0.6 1.3 1.8 2.4 1 0.9 2.7 1.8 0.2 0.1 0.4 0.1 0.3 0 1-0.9t0.9-0.9zM14 26.9q2.3 0 4.3-0.9t3.6-2.4 2.4-3.6 0.9-4.3-0.9-4.3-2.4-3.6-3.6-2.4-4.3-0.9-4.3 0.9-3.6 2.4-2.4 3.6-0.9 4.3q0 3.6 2.1 6.6l-1.4 4.2 4.3-1.4q2.8 1.9 6.2 1.9zM14 2.2q2.7 0 5.2 1.1t4.3 2.9 2.9 4.3 1.1 5.2-1.1 5.2-2.9 4.3-4.3 2.9-5.2 1.1q-3.5 0-6.5-1.7l-7.4 2.4 2.4-7.2q-1.9-3.2-1.9-6.9 0-2.7 1.1-5.2t2.9-4.3 4.3-2.9 5.2-1.1z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.zist.de%2Fblog%2F2023%2F08%2F18%2Fist-selbsterfahrung-politisch%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button mailto shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#a8a8a8\"><a href=\"mailto:?body=https%3A%2F%2Fwww.zist.de%2Fblog%2F2023%2F08%2F18%2Fist-selbsterfahrung-politisch%2F&subject=IST%20SELBSTERFAHRUNG%20POLITISCH%3F\" title=\"Per E-Mail versenden\" aria-label=\"Per E-Mail versenden\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#999; color:#fff\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#999\" d=\"M32 12.7v14.2q0 1.2-0.8 2t-2 0.9h-26.3q-1.2 0-2-0.9t-0.8-2v-14.2q0.8 0.9 1.8 1.6 6.5 4.4 8.9 6.1 1 0.8 1.6 1.2t1.7 0.9 2 0.4h0.1q0.9 0 2-0.4t1.7-0.9 1.6-1.2q3-2.2 8.9-6.1 1-0.7 1.8-1.6zM32 7.4q0 1.4-0.9 2.7t-2.2 2.2q-6.7 4.7-8.4 5.8-0.2 0.1-0.7 0.5t-1 0.7-0.9 0.6-1.1 0.5-0.9 0.2h-0.1q-0.4 0-0.9-0.2t-1.1-0.5-0.9-0.6-1-0.7-0.7-0.5q-1.6-1.1-4.7-3.2t-3.6-2.6q-1.1-0.7-2.1-2t-1-2.5q0-1.4 0.7-2.3t2.1-0.9h26.3q1.2 0 2 0.8t0.9 2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"360\" class=\"alignnone size-full wp-image-4986\" src=\"https:\/\/www.zist.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/potrait.jpg\" alt=\"Wolf B\u00fcntig Portrait\" srcset=\"https:\/\/www.zist.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/potrait.jpg 250w, https:\/\/www.zist.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/potrait-208x300.jpg 208w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2 data-pm-slice=\"1 1 []\">Ist Selbsterfahrung politisch? | Von Wolf B\u00fcntig<\/h2>\n<h5 data-pm-slice=\"1 1 []\"><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">S<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">p\u00e4ter Versuch einer Antwort an Monika Sei<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">f<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">fert<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\"> [*] <\/span><\/h5>\n<p><span style=\"color: #999999;\"><em>Geringf\u00fcgig redigierter Beitrag zur Festschrift f\u00fcr Hans-Otto M\u00fchleisen zum 65. Geburtstag: Kulturhermeneutik und kritische Rationalit\u00e4t. Maurer F, Schultze RO, Stammen T (Herausgeber). 2006. Kunstverlag Josef Fink,\u00a0Lindenberg im Allg\u00e4u.<\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><br \/>\n1967\/68 ging ich mit Frau und drei Kindern als Austauschforscher nach Buffalo, New York, um ein Labor in Gang zu halten, dessen Inhaber sein Sabbatjahr in M\u00fcnchen verbrachte. Tags\u00fcber sa\u00df ich \u00fcber eine narkotisierte Ratte gebeugt und untersuchte mithilfe von Mikropunktion einzelner Nierenkan\u00e4lchen die Harnproduktion. In meiner Freizeit hing ich jedoch oft auf dem <em>Campus<\/em> herum, beobachtete Studenten, wie sie Kommilitonen zur Wehrdienstverweigerung motivierten und h\u00f6rte <em>Civil Rights<\/em> Aktivisten wie Leslie Fiedler, Timothy Leary und den Komiker Dick Gregory eine neue Gesellschaftsordnung propagieren. Von Martin Luther Kings Rede \u2013 ich glaube, es war <em>Warum wir nicht warten k\u00f6nnen<\/em> \u2013, ist mir besonders in Erinnerung, dass er sagte, sie, die Schwarzen, k\u00f6nnten die Wei\u00dfen nicht zwingen, sie zu lieben, doch dazu bewegen, dass sie sich (menschlich) benehmen. Nach seiner Ermordung ging ich mit der ganzen Familie in die <em>Southern Baptist Church<\/em> zum Gedenkgottesdienst und lie\u00df mich beziehungsweise uns von den Kollegen im Labor f\u00fcr verr\u00fcckt erkl\u00e4ren daf\u00fcr, dass wir es gewagt hatten, uns zu Zeiten brennender Ghettos als Wei\u00dfe <em>downtown<\/em> sehen zu lassen.<\/p>\n<p>In San Francisco, wo ich f\u00fcr das <em>Cardiovascular Research Institute, University of California San Francisco<\/em>, ein Mikropunktionslabor aufbaute, diskutierten wir lange Abende mit jungen Dozenten vom benachbarten <em>City College<\/em> den Vietnamkrieg, faschistische Tendenzen im amerikanischen Alltag, die Anerkennung von Kommunismus als weltanschaulichen Grund f\u00fcr Wehrdienstverweigerung durch den <em>Supreme Court<\/em>, die Studentenunruhen und die vierw\u00f6chige Ausgangssperre in Berkeley anl\u00e4sslich des <em>War of People&#8217;s Park<\/em>; ich h\u00f6rte Pete Seeger <em>Dust Bowl Ballads<\/em>, von Woody Guthry und Buffy Sainte-Marie <em>The Universal Soldier<\/em> singen, ging zu <em>fund-raising dinners<\/em> zugunsten von Freunden, die, weil sie Kinder kn\u00fcppelnde Polizisten gefragt hatten, was sie da t\u00e4ten, wegen Anstiftung zum Aufruhr, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Beleidigung eines Polizisten und Missachtung des Gerichts angeklagt waren, und marschierte mit hunderttausenden Friedliebenden im <em>Golden Gate Park<\/em> gegen den Einmarsch von amerikanischen Bodentruppen in Kambodscha.<\/p>\n<p><strong>Humanistische Psychologie<\/strong><br \/>\nIn San Francisco kamen wir mit der Humanistischen Psychologie in Kontakt. Wir erfuhren von Aldous Huxley und seiner Entdeckung des menschlichen Potentials in LSD Experimenten und von Karen Horney, die Freuds Vorstellungen von weiblicher Sexualit\u00e4t in Frage gestellt und Aggression als Leben unterst\u00fctzende Bewegung \u2013 auf das hin, was n\u00e4hrt und n\u00fctzt, von dem weg, was schadet, und gegen das, was Integrit\u00e4t bedroht \u2013 beschrieben hatte.<\/p>\n<p>Wir erfuhren durch Carl Rogers von den M\u00f6glichkeiten der Entwicklung zur authentischen Person und durch Erich Fromm von der menschlichen Neigung, lieben zu lernen; durch Rollo May, dass Menschen jenseits ihrer konditionierten Reaktionen und jenseits der \u00dcbertragung ihrer fr\u00fch gepr\u00e4gten Beziehungsmuster eine Wahl haben und zu Absicht und Entscheidung f\u00e4hig sind; durch Viktor Frankl, dass wir Menschen die Gabe haben, \u00fcber uns selbst hinauszuwachsen und Sinn zu finden; und durch Roberto Assagioli, dass wir eine Neigung zur Spiritualit\u00e4t haben und Willen entwickeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein richtungsweisender Theoretiker der Humanistischen Psychologie war Abraham Maslow. Er ging der Frage nach, was das eigentlich Menschliche am Menschen sei. Daf\u00fcr studierte er die Lebensweise und das Erleben von besonders gesunden Menschen, die in ihrem Umfeld als beispielhaft menschliche Personen hohes Ansehen genossen. Aufgrund der Beobachtung, dass die konfliktfrei und selbstverst\u00e4ndlich erlebte Befriedigung der Prim\u00e4rbed\u00fcrfnisse oder S\u00e4ugetiertriebe Voraussetzung war f\u00fcr die stabile Aktualisierung von spezifisch menschlichen, sogenannten h\u00f6heren oder Metabed\u00fcrfnissen, formulierte er die Hierarchie der Bed\u00fcrfnisse, die sich hierzulande in Wirtschaft und P\u00e4dagogik gut durchgesetzt hat, in der Psychologie jedoch weitgehend unbeachtet blieb.<\/p>\n<p>Nach Maslow haben die h\u00f6heren Bed\u00fcrfnisse oder Notwendigkeiten \u2013 die Freude am Wahren, Sch\u00f6nen und Guten, das Mitgef\u00fchl, die W\u00fcrde, der Dienst an der Gemeinschaft und schlie\u00dflich die Selbstverwirklichung \u2013 Instinktnatur wie die Prim\u00e4rbed\u00fcrfnisse. Sie sind inbildhaft als Potential angelegt und werden als Wert an einem Vorbild erkannt, als Bed\u00fcrfnis, als Notwendigkeit und als Auftrag zur Verwirklichung erlebt und durch \u00dcbung im Alltag verwirklicht. Da sie von schw\u00e4cherer Durchsetzungskraft als die Prim\u00e4rbed\u00fcrfnisse sind, bedarf ihre Verwirklichung der bewussten Entscheidung und des nachhaltigen Wollens.<\/p>\n<p>Maslow postulierte \u2013 im Widerspruch zu Freud \u2013 aufgrund seiner Beobachtungen an gesunden Menschen, dass Menschen differenzierte Menschlichkeit und Kultur nicht durch Triebunterdr\u00fcckung, sondern durch bewussten und freiwilligen Triebverzicht entwickeln. Die Verwirklichung der h\u00f6heren Bed\u00fcrfnisse kann in dem Ma\u00df als Notwendigkeit, als Auftrag und als Wert erlebt werden, in dem die Grundbed\u00fcrfnisse der Person nicht durch Konditionierung verbogen wurden und deren Befriedigung infolgedessen \u2013 frei von Reaktionen auf von Mangel und Trauma gepr\u00e4gte Vergangenheit \u2013 als selbstverst\u00e4ndlich erlebt wird.<\/p>\n<p>Ein weiterer wesentlicher Beitrag Maslows zum Verst\u00e4ndnis vollen Menschseins war sein Studium der <em>peak experiences<\/em> (Gipfelerlebnisse). Die besonders gesunden Menschen, die er studierte, berichteten geh\u00e4uft \u00fcber Durchbr\u00fcche in eine Wirklichkeit, welche die durch Konsens konstruierte Alltagsrealit\u00e4t gleichzeitig \u00fcberstieg und umfasste. Diese den von Graf D\u00fcrckheim beschriebenen Seinsf\u00fchlungen entsprechenden Momente stiller Ekstase waren verbunden mit dem Erleben von Weite und Befreiung von Bedingtheit, mit Erweiterung des Bewusstseins, mit Verbundenheit mit allen Menschen und allem Leben und mit Gef\u00fchlen von Gl\u00fcckseligkeit. Maslow beobachtete auch, dass die sogenannten neurotischen Menschen dazu neigen, Gipfelerlebnisse in dem Ma\u00df zu leugnen, in dem sie in unbewusster Reaktion auf Vergangenheit beziehungsweise \u00dcbertragung fr\u00fcher Erfahrung in die Gegenwart hinein befangen waren.<\/p>\n<p>Fazit: F\u00fcr Maslow stehen \u00c4sthetik, Geistigkeit, Dienst an der Gemeinschaft und Spiritualit\u00e4t nicht im Widerspruch zur Natur, sondern sind wesentlicher Ausdruck menschlicher Natur: Des Menschen eigentliche Natur ist seine Menschlichkeit.<\/p>\n<p><strong>Der Vorwurf<\/strong><br \/>\nDie Begegnung mit der Humanistischen Psychologie ver\u00e4nderte mein Leben. Ich h\u00e4ngte meine Karriere als Physiologe an den Nagel, absorbierte in San Francisco und Umgebung in knapp einem Jahr etwa 600 Stunden Vortr\u00e4ge, Seminare und Selbsterfahrung in unterschiedlichen Methoden und legte so einen Grundstock f\u00fcr meine sp\u00e4tere Arbeit als Psychotherapeut.<\/p>\n<p>Als wir 1970 nach M\u00fcnchen zur\u00fcckkamen, fanden wir Deutschland grundlegend ver\u00e4ndert: Wir sahen Polizisten mit B\u00e4rten, Postboten ohne Schlips, im Park Fu\u00dfball spielende Arbeiter, die notfalls ganz regelwidrig die H\u00e4nde zu Hilfe nahmen, und ein P\u00e4rchen, das leidenschaftlich Ping-Pong spielte \u2013 ohne Netz; wir wurden Zeugen von Stra\u00dfenschlachten, die zur Einstellung eines Polizeipsychologen f\u00fchrten, wir lasen Wilhelm Reich und wir versuchten, unsere Kinder nach den Prinzipien von <em>Summerhill<\/em> zu erziehen.<\/p>\n<p>Bevor wir uns f\u00fcr ZIST entschieden, stand f\u00fcr eine kurze Zeit zur Diskussion, ob ich mich Hartmut von Hentigs Team f\u00fcr den Aufbau der Laborschule Bielefeld anschlie\u00dfe, und studierte ein paar Semester P\u00e4dagogik. Im Seminar von Professor Schiefele fiel mir auf, dass revolutionsbegeisterte Kommilitonen, w\u00e4hrend sie \u00fcber die W\u00fcrde von Putzfrauen diskutierten, ihre Zigarettenkippen auf dem Fu\u00dfboden austraten und erleichtert waren, wenn sie vom studentischen Mitfahrdienst nicht an Proletarier vermittelt wurden, weil sie mit denen nicht zu kommunizieren verstanden. Da begriff ich mein Unbehagen angesichts des wilden Gehabes um mich herum etwas besser: von derart Unfreien wollte ich lieber nicht befreit werden.<\/p>\n<p>Als von Hentig mir absagte, setzte ich meine psychotherapeutische Weiterbildung fort, lie\u00df mich in freier Praxis nieder, begann Selbsterfahrungsgruppen zu leiten und baute mit meiner Frau Christa und vielen Helfern das <em>Seminarzentrum ZIST Penzberg<\/em> auf.<\/p>\n<p>Anfang der 70er Jahre gingen viele der 68er Linken in Selbsterfahrungsgruppen. Sie waren freiwillig arbeitslos und lebten sehr bescheiden, um Zeit und Geld f\u00fcr die Gruppen zur Verf\u00fcgung zu haben. Sie vermuteten, dass der Grund f\u00fcr das von ihnen als Scheitern erlebte Abflauen der Revolution der <em>subjektive Faktor<\/em> war. Sie ahnten oder begriffen, dass sie die Massen nicht befreien konnten, solange sie selbst \u2013 in Reaktion auf eine von Mangel und Trauma gepr\u00e4gte Sozialisierung \u2013 gefangen waren in eingefleischten Mustern von Wahrnehmung, F\u00fchlen, Denken und Handeln. In der Arbeit mit ihnen waren nicht selten f\u00fcr diese Klientel typische Widerst\u00e4nde gegen Ver\u00e4nderung zu beobachten. Zum einen f\u00fcrchteten manche, dass ihnen der revolution\u00e4re Dampf ausgehen k\u00f6nnte, wenn sie sich auf Selbsterfahrung einlie\u00dfen. Andere hatten, wenn sie in Selbsterfahrungsgruppen oder gar in Einzeltherapie gingen, ein schlechtes Gewissen und f\u00fcrchteten, als <em>unpolitisch<\/em> abgekanzelt zu werden und damit die Zugeh\u00f6rigkeit zu der Gruppe, der sie angeh\u00f6rten, zu gef\u00e4hrden. Eine streng gl\u00e4ubige Kommunistin, die aus gutem Grund zu mir in Einzeltherapie kam, musste jede Sitzung vor einem Tribunal der <em>Roten Zelle<\/em>, der sie angeh\u00f6rte, rechtfertigen, was sie als regelrechten Psychoterror erlebte, wodurch die therapeutische Arbeit erheblich erschwert, aber auch vertieft wurde.<\/p>\n<p>&#8222;Du bist ja v\u00f6llig unpolitisch!&#8220; war in den 70er Jahren ein so h\u00e4ufig vorgebrachter wie schlimmer Vorwurf. Das hatte vermutlich weniger mit Thomas Manns <em>Betrachtungen eines Unpolitischen<\/em> zu tun als mit Klassenkampf und Bewusstseinsver\u00e4nderung der Massen. Wie auch immer: Selbsterfahrung galt, wie Psychotherapie, als unpolitisch. Meine Arbeit, die ich liebte, deren Entwicklung ich mich mit Leidenschaft widmete und f\u00fcr die sich namhafte Angeh\u00f6rige des M\u00fcnchener psychoanalytischen Establishments interessierten, galt in den Augen derer, zu denen ich geh\u00f6ren wollte, als individualistisch, konformistisch und damit unpolitisch. In San Francisco war ich Teil des <em>human potential movement<\/em> gewesen, einer Bewegung, in der soziales Engagement und Bewusstseinserweiterung in lebendiger Wechselwirkung standen, wenn nicht einander bedingten. Wieder zu Hause musste ich mich entscheiden, so schien es mir, zwischen der Zugeh\u00f6rigkeit zum psychotherapeutischen Establishment einerseits und der Bewegung der Zeit andererseits. Ich entschied mich \u2013 eher unbewusst \u2013 daf\u00fcr, mich nicht parteilich zu entscheiden, sondern der Bewusstseinserweiterung beider Parteien zu dienen. Doch der Vorwurf, unpolitisch zu sein, besch\u00e4ftigt mich bis heute.<\/p>\n<p><strong>Wie macht Ihr das?<\/strong><br \/>\nEines Tages fand ich fr\u00fchmorgens Monika Seifert [*] versonnen im D\u00e4mmerlicht des unbeleuchteten Speisesaals von ZIST stehend. Als ich sie fragte, &#8222;Was machst denn Du hier so fr\u00fch am Tage?&#8220;, antwortete sie, eher fragend: &#8222;Ihr produziert hier doch Mehrwert? (&#8222;So kann man das sehen&#8220;, sagte ich.) Und man merkt das nicht in den Beziehungen. (&#8222;Das freut mich, dass Du das so siehst.&#8220;) &#8230; Wie macht Ihr das?&#8220; (&#8222;Das ist eine gute Frage&#8220;, antwortete ich.)<\/p>\n<p>&#8222;Wie macht Ihr das?&#8220; ist wirklich eine gute Frage, die seither immer wieder einmal auftaucht und der ich hier und heute nachgehen will: Wie kann man das kapitalistische System mit Darlehen und Kapitaldienst (was f\u00fcr ein verr\u00e4terisches Wort!) nutzen, um ein Zentrum f\u00fcr Bewusstseinserweiterung aufzubauen, ohne davon bestimmt zu werden \u2013 ohne dem Mammon zu dienen? Wie kann man einen kommerziellen Betrieb leiten und f\u00fcr sich selbst und andere als Mitmensch wahrnehmbar bleiben? Wie kann man Autorit\u00e4t wirken lassen ohne autorit\u00e4re Strukturen? Wie kann man f\u00fchren, das hei\u00dft anderen vorausgehen, ohne sich \u00fcber sie zu erheben? Wie kann man Kompetenz einbringen, ohne sich besser als andere zu w\u00e4hnen. Wie kann man (in der Sprache der \u00f6stlichen Traditionen bis hin zu Jesus von Nazareth) in dieser Welt, in der wir leben, wie kann man in der bedingten Realit\u00e4t funktionieren, ohne die Verbindung zur unbedingten Wirklichkeit \u2013 zu der Welt, aus der wir kommen \u2013 ganz zu verlieren?<\/p>\n<p>Wie macht man das? Indem man es tut. Das ist einfach und doch sehr schwer \u2013 wie alles Einfache. Die Antwort ist jeweils im zweiten Teil der Frage enthalten \u2013 siehe unten am Ende des Beitrags.<\/p>\n<p><strong>Potentialorientierte Selbsterfahrung<\/strong><br \/>\nTherapeutische Selbsterfahrung zielt auf Linderung oder \u00dcberwindung von Leiden mit Krankheitswert, wie es im Jargon der Krankenkassen hei\u00dft.<\/p>\n<p>Umfassender dient Selbsterfahrung der Einsicht ins eigene Gewordensein, das hei\u00dft in die Pr\u00e4gung durch Geschichte, mittels der f\u00fchlenden Erkundung und geistigen Reflektion des eigenen Erlebens und der meist unbewussten Motivation des Handelns insbesondere in kritischen Situationen: &#8222;Warum sehe ich mich selbst anders als andere, warum werde ich nicht verstanden, warum verhalte ich mich anders als ich will? Wie kommt es, dass ich unter Druck automatisch und eingefahren reagiere statt der Situation angemessen zu handeln? Warum benehme ich mich gegen\u00fcber der Person, die ich zu lieben glaube und behaupte, oft so h\u00e4sslich?&#8220;<\/p>\n<p>Das Bed\u00fcrfnis nach Selbsterfahrung kann aber auch durch eine Grenzerfahrung ausgel\u00f6st werden, die zur Hinterfragung der vertrauten Muster in Wahrnehmung, F\u00fchlen, Denken und Handeln f\u00fchrt: &#8222;Wer bin ich, wenn ich \u2013 ergriffen von der Sch\u00f6nheit eines Bildes oder eines Musikst\u00fccks; im Herzen ber\u00fchrt durch das Lied einer Amsel; allein und doch aufgehoben in der Stille des Waldes oder auf dem Gipfel eines Berges; hingegeben an eine Liebe \u2013 mich nicht mehr kenne wie gewohnt, mich unerwartet frei von Angst und Groll, weit, still, klar und gl\u00fccklich f\u00fchle?&#8220; und schlie\u00dflich &#8222;Wie muss ich leben, um bereit zu sein f\u00fcr ein Sein in jener die Alltagsrealit\u00e4t \u00fcbersteigenden und umfassenden Wirklichkeit?&#8220;<\/p>\n<p>Gebunden durch die im Charakter eingefleischte Abwehr von Erinnerung leben wir im st\u00e4ndigen inneren Konflikt. Einerseits verlangt die Kinderseele, die mit Mangel und Trauma mithilfe von Verleugnung, Verdr\u00e4ngung, Abspaltung und Depression fertig zu werden gelernt hat, endlich Beachtung, Anerkennung und Genugtuung. Andererseits unterdr\u00fccken wir uns selbst mit den verinnerlichten famili\u00e4ren und gesellschaftlichen, \u00dcber-Ich genannten Kontrollinstanzen. Wir warnen, mahnen, drohen, kritisieren, verfolgen, verklagen und verurteilen uns selbst, treiben uns an und machen uns klein oder aber loben und idealisieren uns selbst und blasen uns auf \u2013 und dr\u00fccken uns so vor der Verantwortung f\u00fcr die Entfaltung unseres Potentials zu pers\u00f6nlicher Eigenart.<\/p>\n<p>Tiefenpsychologisch orientierte, auf Verst\u00e4ndnis der in der Kindheit gepr\u00e4gten Psychodynamik ausgerichtete Selbsterfahrung kann tiefe Gef\u00fchle reaktivieren und heftige Emotionen ausl\u00f6sen, die lange verdr\u00e4ngt und abgespalten worden beziehungsweise unterdr\u00fcckt waren. Die Regression genannte emotionale Entladung wird nach anf\u00e4nglichem Widerstand als entlastend erlebt und kann zur L\u00f6sung von eingefleischten Mustern f\u00fchren. Sie wird allerdings heutzutage oft vermieden aus Angst vor der sogenannten Retraumatisierung. Sowohl klinische Erfahrung als auch Hirnforschung deuten darauf hin, dass unbewusst emotional vollzogene Erinnerung an traumatisierende Erfahrung vom Organismus so verarbeitet wird, als habe man sie tats\u00e4chlich noch einmal erlebt, und so zu einer Best\u00e4tigung der defensiven Strukturen f\u00fchrt. Potentialorientierte Psychotherapie begegnet den in der \u00dcbertragung mobilisierten schmerzlichen Beziehungserfahrungen der Vergangenheit und den damit verbundenen Bef\u00fcrchtungen, diese k\u00f6nnten sich in der Gegenwart der Selbsterfahrungsgruppe wiederholen, indem die therapeutische Beziehungsperson beharrlich zur Wahrnehmung der ver\u00e4nderten Gegenwart einl\u00e4dt. Dann n\u00e4mlich, und nur dann, dient die emotionale Mobilisierung einer vertieften Einpr\u00e4gung der neuen, erg\u00e4nzenden und damit heilsamen Erfahrung.<\/p>\n<p>Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem F\u00fchlen zu. F\u00fchlen ist etwas anderes als die Wahrnehmung von Gef\u00fchlsreaktionen auf unspezifische Reize, denen wir, wiederum in der Regel unbewusst, eine alte, einer fernen Vergangenheit entsprechende Bedeutung geben.<\/p>\n<p>F\u00fchlen ist die besonnene, der gegenw\u00e4rtigen Situation gem\u00e4\u00dfe Deutung eines mit Sinnen wahrgenommenen Reizes. F\u00fchlen ist eine Wertungsfunktion, die uns informiert, ob wir unsere Muskulatur f\u00fcr Ann\u00e4herung, Kampf oder Flucht mobilisieren sollen. F\u00fchlen ist der erste und entscheidende Schritt der \u00dcberwindung vertrauter Selbst- und Weltbilder. Beharrliches F\u00fchlen mobilisiert zun\u00e4chst Erinnerung und entsprechende emotionale Abreaktion, dann die Wahrnehmung einer bergenden Beziehungsumgebung, dann die Entdeckung unbekannter Bewusstseinsr\u00e4ume und schlie\u00dflich die Bereitschaft zur Hingabe an das Leben in einer sich st\u00e4ndig wandelnden Gegenwart und damit zur Selbsttranszendenz.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: Eine ebenso kraftvolle wie emotional zur\u00fcckhaltende Frau, die erstmals an einer Selbsterfahrungsgruppe teilnimmt, erlebt die Erregung angesichts der neuen Situation zun\u00e4chst reaktiv als Angst. Bei n\u00e4herem Hinsp\u00fcren deutet sie diese neu und der Situation gem\u00e4\u00df als Neugier. In ihrer Kindheit war Neugier von den emotional beschr\u00e4nkten Eltern mit Missbilligung und Strafe geahndet worden. In der gegenw\u00e4rtigen Situation erlebt sie die Gruppe als interessiert, mitf\u00fchlend und unterst\u00fctzend. Sie l\u00e4sst sich auf vertieftes F\u00fchlen ein und entdeckt in sich einen Raum, der gr\u00f6\u00dfer ist als der durch ihre Haut begrenzte. Durch weiteres f\u00fchlendes Erkunden dieses inneren Raumes entdeckt sie Stille, Klarheit, St\u00e4rke, Wahrheit, Sch\u00f6nheit, ein inneres Zuhause, Verbundenheit mit allen Menschen, also Mitmenschlichkeit, und ein Gef\u00fchl der Verantwortung f\u00fcr die Gestaltung ihres Lebens im Dienst des Lebens insgesamt.<\/p>\n<p>Ist nun Potentialorientierte Selbsterfahrung politisch? Ich glaube ja, insofern sie \u00fcber die Restauration von Beziehungs- und Leistungsf\u00e4higkeit hinaus auf den Abbau autorit\u00e4rer Strukturen sowohl bei den T\u00e4tern wie bei den Opfern abzielt, die Entfaltung als Potential angelegter menschlicher Qualit\u00e4ten wie Autonomie und Mitgef\u00fchl f\u00f6rdert und letztlich Selbstverwirklichung im Dienst an der Gemeinschaft anregt und unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Durch Potentialorientierte Selbsterfahrung k\u00f6nnen wir als Mitmenschen wahrnehmbar bleiben lernen, indem wir uns selbst annehmen, sein lassen und zeigen, wie wir sind. Wir k\u00f6nnen uns unseren sogenannten Existenz\u00e4ngsten stellen und mit Scheitern und Schuld leben lernen. Wir k\u00f6nnen unsere eigenen autorit\u00e4ren Muster \u2013 als T\u00e4ter wie als Opfer \u2013 wahrnehmen lernen. Wir k\u00f6nnen aufh\u00f6ren, uns zu vergleichen und zu konkurrieren und stattdessen lernen, einander zu unterst\u00fctzen in unserer spirituellen Entwicklung. Wir k\u00f6nnen miteinander die Erinnerung an Momente der Einheit mit allem Sein pflegen; die Muster in Wahrnehmung, F\u00fchlen, Denken und Handeln hinterfragen, die uns dieser Einheit entfremden; unser Leben so gestalten lernen, dass wir offen bleiben f\u00fcr die unbedingte Wirklichkeit und unseren Alltag auf sie gerichtet gestalten. Und wir k\u00f6nnen erkennen, dass wir \u2013 ob M\u00e4nner oder Frauen, Arme oder Reiche, Gestrandete oder Erfolgreiche, Europ\u00e4er oder Afrikaner, Maori oder Inuit \u2013 in unserem Wesen von der gleichen menschlichen Natur sind und uns nur durch unsere kulturellen Br\u00e4uche und durch unsere Sozialisierung gepr\u00e4gte, geformte oder verformte Individualit\u00e4t unterscheiden. Dessen eingedenk k\u00f6nnen wir \u2013 jeder an seinem Platz und oft nur in kleinen Schritten \u2013 im Alltag darauf hinarbeiten, dass wir uns selbst und einander unsere Beschr\u00e4nktheit vergeben, unsere St\u00e4rken w\u00fcrdigen, Verst\u00e4ndnis f\u00fcr einander entwickeln und so einen bescheidenen Beitrag zur Entfaltung der Menschlichkeit leisten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #999999;\">[*] Monika Seifert (1932\u20132002), Tochter der Psychoanalytiker Alexander und Melitta Mitscherlich, war seinerzeit als <em>Mutter der antiautorit\u00e4ren Kinderl\u00e4den<\/em> eine prominente Linke. Nachdem sie am Institut f\u00fcr Sozialforschung in Frankfurt \u00fcber Gaststudenten aus den USA die Schriften Wilhelm Reichs und bei einem Studienaufenthalt in England Alexander S. Neill, den Gr\u00fcnder von <em>Summerhill<\/em>, kennengelernt hatte, gr\u00fcndete sie in Frankfurt den <em>Verein f\u00fcr angewandte Sozialp\u00e4dagogik<\/em> und initiierte die Wiederentdeckung von Wilhelm Reich. Reichs B\u00fccher waren (damals noch als Raubdrucke) bald Bestseller unter Studenten und Linken. Aufgrund seiner Hypothesen zur Funktion der menschlichen Sexualit\u00e4t f\u00fcr die Gesellschaft wurde Reich zum theoretischen Vordenker der sexuellen Revolution. Vor allem aber hatte er (auch \u00fcber Neill) wegen des Prinzips der Selbstregulierung bis heute nachhaltigen Einfluss auf die P\u00e4dagogik. Kinder jeden Alters sollten danach ihre Bed\u00fcrfnisse frei \u00e4u\u00dfern und selbst steuern k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><div class=\"ShariffHeadline\">Diesen Beitrag teilen <\/div><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-large\"><li class=\"shariff-button whatsapp shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#5cbe4a\"><a href=\"https:\/\/api.whatsapp.com\/send?text=https%3A%2F%2Fwww.zist.de%2Fblog%2F2023%2F08%2F18%2Fist-selbsterfahrung-politisch%2F%20IST%20SELBSTERFAHRUNG%20POLITISCH%3F\" title=\"Bei Whatsapp teilen\" aria-label=\"Bei Whatsapp teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#34af23; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#34af23\" d=\"M17.6 17.4q0.2 0 1.7 0.8t1.6 0.9q0 0.1 0 0.3 0 0.6-0.3 1.4-0.3 0.7-1.3 1.2t-1.8 0.5q-1 0-3.4-1.1-1.7-0.8-3-2.1t-2.6-3.3q-1.3-1.9-1.3-3.5v-0.1q0.1-1.6 1.3-2.8 0.4-0.4 0.9-0.4 0.1 0 0.3 0t0.3 0q0.3 0 0.5 0.1t0.3 0.5q0.1 0.4 0.6 1.6t0.4 1.3q0 0.4-0.6 1t-0.6 0.8q0 0.1 0.1 0.3 0.6 1.3 1.8 2.4 1 0.9 2.7 1.8 0.2 0.1 0.4 0.1 0.3 0 1-0.9t0.9-0.9zM14 26.9q2.3 0 4.3-0.9t3.6-2.4 2.4-3.6 0.9-4.3-0.9-4.3-2.4-3.6-3.6-2.4-4.3-0.9-4.3 0.9-3.6 2.4-2.4 3.6-0.9 4.3q0 3.6 2.1 6.6l-1.4 4.2 4.3-1.4q2.8 1.9 6.2 1.9zM14 2.2q2.7 0 5.2 1.1t4.3 2.9 2.9 4.3 1.1 5.2-1.1 5.2-2.9 4.3-4.3 2.9-5.2 1.1q-3.5 0-6.5-1.7l-7.4 2.4 2.4-7.2q-1.9-3.2-1.9-6.9 0-2.7 1.1-5.2t2.9-4.3 4.3-2.9 5.2-1.1z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.zist.de%2Fblog%2F2023%2F08%2F18%2Fist-selbsterfahrung-politisch%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button mailto shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#a8a8a8\"><a href=\"mailto:?body=https%3A%2F%2Fwww.zist.de%2Fblog%2F2023%2F08%2F18%2Fist-selbsterfahrung-politisch%2F&subject=IST%20SELBSTERFAHRUNG%20POLITISCH%3F\" title=\"Per E-Mail versenden\" aria-label=\"Per E-Mail versenden\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#999; color:#fff\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#999\" d=\"M32 12.7v14.2q0 1.2-0.8 2t-2 0.9h-26.3q-1.2 0-2-0.9t-0.8-2v-14.2q0.8 0.9 1.8 1.6 6.5 4.4 8.9 6.1 1 0.8 1.6 1.2t1.7 0.9 2 0.4h0.1q0.9 0 2-0.4t1.7-0.9 1.6-1.2q3-2.2 8.9-6.1 1-0.7 1.8-1.6zM32 7.4q0 1.4-0.9 2.7t-2.2 2.2q-6.7 4.7-8.4 5.8-0.2 0.1-0.7 0.5t-1 0.7-0.9 0.6-1.1 0.5-0.9 0.2h-0.1q-0.4 0-0.9-0.2t-1.1-0.5-0.9-0.6-1-0.7-0.7-0.5q-1.6-1.1-4.7-3.2t-3.6-2.6q-1.1-0.7-2.1-2t-1-2.5q0-1.4 0.7-2.3t2.1-0.9h26.3q1.2 0 2 0.8t0.9 2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist Selbsterfahrung politisch? | Von Wolf B\u00fcntig Sp\u00e4ter Versuch einer Antwort an Monika Seiffert [*] Geringf\u00fcgig redigierter Beitrag zur Festschrift f\u00fcr Hans-Otto M\u00fchleisen zum 65. 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