{"id":5536,"date":"2025-01-07T17:16:02","date_gmt":"2025-01-07T16:16:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zist.de\/blog\/?p=5536"},"modified":"2025-03-20T14:32:01","modified_gmt":"2025-03-20T13:32:01","slug":"focusing-einfuehrung-elmar-kruithoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zist.de\/blog\/2025\/01\/07\/focusing-einfuehrung-elmar-kruithoff\/","title":{"rendered":"FOCUSING"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><div class=\"ShariffHeadline\">Diesen Beitrag teilen <\/div><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-large\"><li class=\"shariff-button whatsapp shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#5cbe4a\"><a href=\"https:\/\/api.whatsapp.com\/send?text=https%3A%2F%2Fwww.zist.de%2Fblog%2F2025%2F01%2F07%2Ffocusing-einfuehrung-elmar-kruithoff%2F%20FOCUSING\" title=\"Bei Whatsapp teilen\" aria-label=\"Bei Whatsapp teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#34af23; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#34af23\" d=\"M17.6 17.4q0.2 0 1.7 0.8t1.6 0.9q0 0.1 0 0.3 0 0.6-0.3 1.4-0.3 0.7-1.3 1.2t-1.8 0.5q-1 0-3.4-1.1-1.7-0.8-3-2.1t-2.6-3.3q-1.3-1.9-1.3-3.5v-0.1q0.1-1.6 1.3-2.8 0.4-0.4 0.9-0.4 0.1 0 0.3 0t0.3 0q0.3 0 0.5 0.1t0.3 0.5q0.1 0.4 0.6 1.6t0.4 1.3q0 0.4-0.6 1t-0.6 0.8q0 0.1 0.1 0.3 0.6 1.3 1.8 2.4 1 0.9 2.7 1.8 0.2 0.1 0.4 0.1 0.3 0 1-0.9t0.9-0.9zM14 26.9q2.3 0 4.3-0.9t3.6-2.4 2.4-3.6 0.9-4.3-0.9-4.3-2.4-3.6-3.6-2.4-4.3-0.9-4.3 0.9-3.6 2.4-2.4 3.6-0.9 4.3q0 3.6 2.1 6.6l-1.4 4.2 4.3-1.4q2.8 1.9 6.2 1.9zM14 2.2q2.7 0 5.2 1.1t4.3 2.9 2.9 4.3 1.1 5.2-1.1 5.2-2.9 4.3-4.3 2.9-5.2 1.1q-3.5 0-6.5-1.7l-7.4 2.4 2.4-7.2q-1.9-3.2-1.9-6.9 0-2.7 1.1-5.2t2.9-4.3 4.3-2.9 5.2-1.1z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.zist.de%2Fblog%2F2025%2F01%2F07%2Ffocusing-einfuehrung-elmar-kruithoff%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button mailto shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#a8a8a8\"><a href=\"mailto:?body=https%3A%2F%2Fwww.zist.de%2Fblog%2F2025%2F01%2F07%2Ffocusing-einfuehrung-elmar-kruithoff%2F&subject=FOCUSING\" title=\"Per E-Mail versenden\" aria-label=\"Per E-Mail versenden\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#999; color:#fff\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#999\" d=\"M32 12.7v14.2q0 1.2-0.8 2t-2 0.9h-26.3q-1.2 0-2-0.9t-0.8-2v-14.2q0.8 0.9 1.8 1.6 6.5 4.4 8.9 6.1 1 0.8 1.6 1.2t1.7 0.9 2 0.4h0.1q0.9 0 2-0.4t1.7-0.9 1.6-1.2q3-2.2 8.9-6.1 1-0.7 1.8-1.6zM32 7.4q0 1.4-0.9 2.7t-2.2 2.2q-6.7 4.7-8.4 5.8-0.2 0.1-0.7 0.5t-1 0.7-0.9 0.6-1.1 0.5-0.9 0.2h-0.1q-0.4 0-0.9-0.2t-1.1-0.5-0.9-0.6-1-0.7-0.7-0.5q-1.6-1.1-4.7-3.2t-3.6-2.6q-1.1-0.7-2.1-2t-1-2.5q0-1.4 0.7-2.3t2.1-0.9h26.3q1.2 0 2 0.8t0.9 2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div><h3>Focusing \u2013 Achtsam mit dem K\u00f6rper im Gespr\u00e4ch<\/h3>\n<p>Von Elmar Kruithoff<\/p>\n<h6>WAS IST FOCUSING?<\/h6>\n<p>Beim Focusing geht es darum, sich selbst wahrzunehmen. Und zwar, indem man inneh\u00e4lt, ganz ruhig und still dasitzt oder -liegt und versucht, m\u00f6glichst genau zu sp\u00fcren, was in einem vorgeht. Wie sich der K\u00f6rper anf\u00fchlt. Wo es weh tut oder wo man angespannt ist. Aber es geht nicht nur um den K\u00f6rper, sondern auch darum wahrzunehmen, welche Gedanken, Gef\u00fchle und Bilder in der Stille auftauchen.<\/p>\n<p>Focusing ist ein System aus konkreten inneren Schritten, um ein tieferes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die eigenen Gedanken, Gef\u00fchle und Handlungsm\u00f6glichkeiten im Leben zu entwickeln. Und zwar, indem man quasi in ein Selbstgespr\u00e4ch mit den eigenen Wahrnehmungen eintritt. Sich zum Beispiel fragt: \u201eWas willst du mir sagen? Welches Thema besch\u00e4ftigt dich?\u201c<\/p>\n<p>Im Focusing trete ich meinem Erleben mitf\u00fchlend und akzeptierend gegen\u00fcber; und ich eigne mir die F\u00e4higkeit an, in einen inneren Dialog mit mir selbst zu treten, der kl\u00e4rend und annehmend wirkt.<\/p>\n<p>Damit hilft Focusing mir, klarer zu sehen und ein Leben zu leben, welches mir mehr und mehr entspricht.<\/p>\n<p>Im Focusing werden insbesondere zwei F\u00e4higkeiten ge\u00fcbt:<\/p>\n<ol>\n<li>Die F\u00e4higkeit, sich auf den Anteil einer Herausforderung bzw. eines Themas zu konzentrieren, der bisher noch nicht in Worte gefasst werden konnte. Zum Beispiel: Ich erlebe Wut und \u00c4rger, kann aber bisher nicht in Worte fassen, was \u00fcberhaupt dahintersteckt. Dieser Anteil meines Erlebens ist wichtig, weil er (oft als Blockade, Kampf oder <em>Stress<\/em>) wirkt, ich aber bisher keine Einsicht darin habe.<\/li>\n<li>Die F\u00e4higkeit, mit jeglichem Erleben in mir in einen guten Kontakt zu kommen. Dies beinhaltet, sich auch den schwer auszuhaltenden Zust\u00e4nden oder Gef\u00fchlen, die normalerweise als <em>negativ<\/em> gesehen werden, innerlich zuwenden zu k\u00f6nnen; diese in ihrem So-Sein anzuerkennen, ohne auf eine Ver\u00e4nderung dr\u00e4ngen zu m\u00fcssen. Beispiel: Ich kann sehen, dass etwas in mir neidisch ist \u2013 auch wenn ich mir dieses Gef\u00fchl normalerweise nicht erlauben w\u00fcrde.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Insofern k\u00f6nnte ich Focusing auch als eine Methode beschreiben, die mich als Person befreit aus alten Mustern und inneren K\u00e4mpfen; eine Methode, die mich als Person st\u00e4rkt und kl\u00e4rt, weil ich mein Innenleben zurate ziehen kann, aber nicht darin gefangen bin.<\/p>\n<h6>WIE FUNKTIONIERT FOCUSING GANZ ALLGEMEIN?<\/h6>\n<p>In einer Focusing-Sitzung bringe ich meine Aufmerksamkeit als Erstes zu meinem K\u00f6rper. Diesen ruhigen, zentrierten Zustand nutze ich, um meinen K\u00f6rper einzuladen, mir zu zeigen, was zu einem bestimmten Thema in mir auftauchen m\u00f6chte bzw. meine Aufmerksamkeit braucht.<\/p>\n<p>Dies k\u00f6nnen zum Beispiel \u2013 oft erst einmal vage \u2013 Gedanken, Gef\u00fchle oder K\u00f6rpersensationen sein; aber auch subtilere Prozesse, die durch Metaphern ausgedr\u00fcckt werden, zum Beispiel \u201eEs f\u00fchlt sich an wie ein Stahlband um die Brust\u201c oder \u201eEs ist wie eine Kiste, die ich nicht \u00f6ffnen kann\u201c.<\/p>\n<p>Ich warte ab, was tats\u00e4chlich in mir auftaucht, und ich interessiere mich insbesondere daf\u00fcr, was ich noch nicht \u00fcber mein Thema oder Problem wei\u00df. Daf\u00fcr muss ich eine Weile im <em>Nicht-Wissen<\/em> bzw. Sp\u00fcren verharren und schauen, was tats\u00e4chlich jetzt in mir zu dem Thema auftaucht.<\/p>\n<p>Im weiteren Verlauf einer Focusing-Sitzung arbeite ich mit diesem Erleben mithilfe pr\u00e4ziser Schritte, die es mir erlauben, meine Beziehung zu den einzelnen Anteilen eines Problems oder inneren Kampfes zu vertiefen. Dazu trete ich in einen inneren Dialog mit mir selbst. Ich signalisiere meinem Inneren, dass ich ihm aufmerksam zuh\u00f6re, ich stelle Fragen und warte geduldig ab, was in meinem Inneren an Gedanken, Gef\u00fchlen und Empfindungen aufsteigen m\u00f6chte. Dadurch entsteht letztlich ein oft \u00fcberraschender innerer Dialog, der durch v\u00f6llige Akzeptanz und Erlaubnis gepr\u00e4gt ist. Ich kann aufh\u00f6ren, mich zu verstellen oder Druck und Kontrolle auszu\u00fcben. Stattdessen entsteht mehr und mehr Offenheit, Neugierde und Freiheit.<\/p>\n<p>Focusing-Sitzungen k\u00f6nnen alleine ausgef\u00fchrt werden oder zu zweit in den sogenannten Focusing-Partnerschaften oder Focusing-Tandems. In den Tandems unterst\u00fctzt man sich gegenseitig und die zus\u00e4tzliche Aufmerksamkeit einer zweiten Person ist im Normalfall sehr unterst\u00fctzend.<\/p>\n<h6>WIE KANN MAN FOCUSING AN EINEM KONKRETEN BEISPIEL DEUTLICH MACHEN?<\/h6>\n<p>Ich schildere ein Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung. Als ich anfing, mich f\u00fcr Focusing zu interessieren, f\u00fchlte ich mich unter st\u00e4ndigem Druck, mich in einer bestimmten Art und Weise zu pr\u00e4sentieren, um gemocht zu werden. Das war mir zu der Zeit so nicht bewusst, aber ich hatte einen starken Wunsch, mich besser zu verstehen. Mir war klar: Ich brauche eine Methode, die mir hilft, ruhig und zentriert nach dem zu suchen, was ich m\u00f6chte und brauche. Focusing sollte mir da ein v\u00f6llig neues Erfahrungsfeld er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p>In einer Focusing-Sitzung besteht der erste wichtige Schritt darin, sich ganz bewusst und intensiv auf seinen K\u00f6rper zu konzentrieren. Dazu setzt oder legt man sich still hin. Die Augen werden geschlossen.<\/p>\n<p>Dann konzentriert man sich voll und ganz auf seinen K\u00f6rper. Mich auf meinen K\u00f6rper zu konzentrieren, fiel mir am Anfang gar nicht so leicht. Ich hatte ja nie gelernt, wie wichtig es ist, meine Aufmerksamkeit meinem K\u00f6rper zu widmen. Das ist aber wichtig, denn nur so kann ich ja sp\u00fcren, wer ich wirklich bin, was ich denke und was mich ausmacht. Vielmehr war ich es gewohnt, alle Antennen nach au\u00dfen auf meine Mitmenschen zu richten, um herauszufinden, was ich tun m\u00fcsste, damit ich in deren Augen <em>gut<\/em> oder <em>richtig<\/em> war.<\/p>\n<p>Der zweite Schritt beim Focusing besteht darin, eine offene Grundhaltung einzunehmen. Das gelingt am besten, wenn man sich selbst dazu einl\u00e4dt, das, was in einem vorgeht, zu sp\u00fcren und wahrzunehmen.<\/p>\n<p>Dazu fragt man sich zum Beispiel: \u201eWas m\u00f6chte jetzt meine Aufmerksamkeit? Was taucht jetzt auf und m\u00f6chte von mir gesehen und geh\u00f6rt werden?\u201c Diese Art zu fragen faszinierte mich, weil ich so abwarten und offen und interessiert lernen konnte. Ich musste nicht von vornherein wissen, worum es genau geht.<\/p>\n<p>Bei mir tauchte dann oft als Erstes das Gef\u00fchl von einer Art Druck auf. Tats\u00e4chlich war es ein Gemisch aus Druck, Abwertung, Zweifeln. Es gab auch noch andere Anteile in mir, aber dieser Druck war im Vordergrund und ich lernte, dies ernst zu nehmen und mich daf\u00fcr zu interessieren.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste wichtige Schritt beim Focusing besteht darin, in Kontakt und ins Zuh\u00f6ren zu kommen. Ich wandte mich diesem Anteil, dem Druck, den ich gerade in mir entdeckt hatte, also aktiv zu. Dazu tritt man mit seinem Inneren in eine Art Dialog. Daf\u00fcr gibt es im Focusing mehrere M\u00f6glichkeiten. So sagt man zum Beispiel zu sich selbst: \u201eIch nehme mir Zeit f\u00fcr etwas in mir, das jetzt gerade Druck macht\u201c und \u201eIch wende mich dir zu\u201c und \u201eIch nehme mir Zeit, dich anzuerkennen, so wie du gerade bist\u201c.<\/p>\n<p>Nach jeder dieser aktiven Einladungen geht es darum, zu lauschen und wahrzunehmen, was sich ver\u00e4ndert oder zeigt.<\/p>\n<p>Diese drei Schritte dienen dazu, mich aus einem Gef\u00fchl oder Zustand, wie in meinem Fall dem <em>Druck<\/em>, zu befreien, um dann in eine annehmende Begegnung zu kommen. Also den Druck anzunehmen und zu erkennen, wozu er vielleicht auch gut sein kann. Ziel ist ein innerer Dialog, der dazu f\u00fchrt, dass zum Beispiel Anteile, die Druck machen, \u00fcber die Zeit wieder konstruktiv zu meinem Leben beitragen. Zum Beispiel, indem Sie erkennen, dass hinter dem Druck Sorgen stecken und die Absicht, Ihnen zu helfen. Die Erkenntnis, dass es im Inneren keine Feinde gibt, f\u00fchrt generell dazu, dass weniger und weniger Druck entsteht \u2026<\/p>\n<p>Die Erfahrungen, die Menschen im Focusing machen, k\u00f6nnen sehr unterschiedlich sein.<\/p>\n<p>Bei mir war es so: Ich konnte mit der Zeit erkennen, wie besorgt und hilflos sich der <em>druckvolle<\/em> Anteil in mir f\u00fchlte.<\/p>\n<p>Mit der Zeit konnte ich erkennen, wie ein Teil in mir durch den Aufbau von Druck und Zweifeln versuchte, mir zu helfen. Ich konnte im K\u00f6rper f\u00fchlen, wie er versuchte, mich vor Scham und Abwertung zu sch\u00fctzen. Es war ein Versuch, meine Verletzlichkeit zu deckeln und mich vor Schmerz und Ablehnung zu bewahren.<\/p>\n<p>Wichtiger noch war die Erkenntnis, dass es in den Sitzungen im Kern nicht darum ging, etwas in mir zu verbessern oder <em>Negatives<\/em> durch <em>Positives<\/em> zu ersetzen, sondern dass ICH f\u00fcr die verletzten Anteile in mir da sein konnte. Es ging darum, nicht auf die <em>Show<\/em> von Druck und Abwertung hereinzufallen (mit Gegendruck und Selbstoptimierung), sondern die Sorge und Hilflosigkeit erkennen zu k\u00f6nnen und zu einem Menschen zu werden, der sich um die eigenen verletzlichen Anteile k\u00fcmmert.<\/p>\n<p>Jede Focusing-Sitzung beende ich mit einem respektvollen Blick nach innen. Ich schaue, was sich ver\u00e4ndert hat oder was jetzt m\u00f6glich geworden ist. Vielleicht gibt es ein Gef\u00fchl von mehr Raum, Leichtigkeit, Mitgef\u00fchl oder Dankbarkeit. Ich lade diese Gef\u00fchle dann ein, sich noch einmal im K\u00f6rper auszubreiten, wenn sie es wollen. Anschlie\u00dfend \u00f6ffne ich die Augen und bringe meine Aufmerksamkeit wieder mehr ins Au\u00dfen.<\/p>\n<h6>WIE WAR DAS MIT DEN VIER SCHRITTEN?<\/h6>\n<p>Hier fasse ich nochmal kurz zusammen, was beim Focusing passiert.<\/p>\n<p>Ich werde \u00e4u\u00dferlich ruhig, setze oder lege mich hin, schlie\u00dfe die Augen und nehme meinen K\u00f6rper bewusst wahr.<\/p>\n<p>Ich lade mein Inneres dazu ein, sich mir mitzuteilen. Zum Beispiel mit Fragen wie \u201eWas m\u00f6chte jetzt meine Aufmerksamkeit?\u201c.<\/p>\n<p>Ich komme in Kontakt mit meinem Inneren und trete in einen Dialog mit meinen Gedanken, Gef\u00fchlen und Wahrnehmungen. Dabei kann ich innerlich verschiedene Einladungen aussprechen, um in der Begegnung mit meinen inneren Prozessen neue Erkenntnisse, Verst\u00e4ndnis und Annahme zu finden.<\/p>\n<p>Ich nehme wahr, was sich ver\u00e4ndert hat. Ich \u00f6ffne die Augen.<\/p>\n<h6>WOZU IST FOCUSING N\u00dcTZLICH?<\/h6>\n<p>Focusing ist n\u00fctzlich, wenn ich es mag, mir Zeit zu nehmen und in mich hinein zu sp\u00fcren, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Praktisch daran ist es, dass ich jederzeit mit jeglichen Themen arbeiten kann. Das k\u00f6nnen kleine Konflikte im Alltag sein oder \u00dcberlegungen, wie ich ein Projekt weiterentwickeln m\u00f6chte. Durch die klare Struktur der Schritte ist es leicht, Focusing anzuwenden und sich zu orientieren.<\/p>\n<p>Wenn man sich beim Focusing begleiten lassen m\u00f6chte, ist es besonders hilfreich, dass Focusing gut \u00fcber Telefon oder Skype funktioniert. Wenn ich Focusing haupts\u00e4chlich alleine praktiziere, gibt es unterschiedliche Hilfsmittel. So habe ich zum Beispiel ein sehr n\u00fctzliches und handliches Set Focusing-Karten entwickelt, mit dem man sich selbst sehr gut durch den Focusing-Prozess f\u00fchren kann.<\/p>\n<p>Focusing ist bei einer gro\u00dfen Anzahl unterschiedlicher Themen n\u00fctzlich:<\/p>\n<p>Sich selbst entwickeln. Dies k\u00f6nnen Fragestellungen sein wie zum Beispiel \u201eWie m\u00f6chte ich leben?\u201c oder \u201eWie m\u00f6chte ich arbeiten?\u201c. Oft geht es um ganz konkrete Situationen mit Freunden oder Kollegen, denen auf den Grund gegangen werden m\u00f6chte \u2013 um zu verstehen, was ich daraus lernen kann.<\/p>\n<p>Krisen und \u00dcberg\u00e4nge. Wenn es nicht mehr so l\u00e4uft wie bisher, tauchen oft starke Gef\u00fchle auf und vor allem wird klar: Ich muss jetzt einen eigenen Weg einschlagen, f\u00fcr den es gut w\u00e4re, in einem guten Kontakt mit mir selbst zu stehen.<\/p>\n<p>Konflikte. Wenn sich ein bestimmtes Muster (oder eine Gewohnheit) immer und immer wiederholt. Oder wenn es scheint, dass <em>meine<\/em> Pl\u00e4ne scheinbar mit den Pl\u00e4nen kollidieren, die mein Leben f\u00fcr mich hat.<\/p>\n<p>Spiritualit\u00e4t. Dies k\u00f6nnen existenzielle Themen, wie Tod und Sterben, sein, oder der Umgang mit starken Gef\u00fchlen, wie zum Beispiel der Sehnsucht.<\/p>\n<p>Starke Gef\u00fchle. Hier sind Menschen auf der Suche danach, was diese Gef\u00fchle in ihrem Leben bedeuten, wo sie herkommen und vor allem, wie es mit ihnen weitergeht.<\/p>\n<h6>WOBEI IST FOCUSING NICHT N\u00dcTZLICH?<\/h6>\n<p>Focusing ist nicht n\u00fctzlich, um schnelle (Not-)L\u00f6sungen zu erreichen. Es hilft auch nicht dabei, sich besser anzupassen oder <em>stressfrei<\/em> zu sein, ohne etwas in meiner Umgebung zu \u00e4ndern. Wenn ich in Therapie bin, dann kann Focusing als zus\u00e4tzliches Werkzeug n\u00fctzlich sein. Es ist aber auf keinen Fall Ersatz f\u00fcr eine Therapie.<\/p>\n<h6>WIE LANGE MUSS ICH \u00dcBEN, UM SP\u00dcRBARE ERFOLGE ZU BEMERKEN?<\/h6>\n<p>Das ist sehr individuell. In der Regel sind erste Erfolge recht schnell sp\u00fcrbar. Das liegt daran, dass alleine das Arbeiten in einem k\u00f6rperorientierten, zentrierten und ruhigen Zustand als angenehm empfunden wird, denn es entsteht dadurch vor allem erst einmal Vertrauen und Sicherheit f\u00fcr das innere Erleben. Die einzelnen Anteile in mir sagen dann etwa: \u201eEndlich werde ich gesehen und geh\u00f6rt.\u201c Und: \u201eEndlich darf ich so sein, wie ich bin.\u201c Und: \u201eEndlich hat er\/sie keine Angst mehr vor mir.\u201c Sie kennen das vielleicht. Wenn Sie immer wieder versuchen, einen Gedanken oder ein Gef\u00fchl wegzudr\u00fccken, so wird dieser Gedanke oder das Gef\u00fchl immer st\u00e4rker. Focusing hilft, dass ein wenig Entlastung entstehen kann. Einfach, weil Gef\u00fchle oder Gedanken zugelassen werden und da sein d\u00fcrfen. Und dadurch entspannt sich das Innere, wird ruhiger und kann sich konstruktiv mitteilen.<\/p>\n<p>Am einfachsten lernt man Focusing in begleiteten Seminaren und Kursen. Dazu biete ich zum Beispiel Kurse an, die \u00fcber 7 Wochen laufen. Jede Woche gibt es eine Stunde Unterricht und \u00dcbungen. Die erste Woche hat dabei immer den st\u00e4rksten Effekt, denn wir arbeiten daran, aus automatischen Gef\u00fchlen und Zust\u00e4nden auszusteigen. Alleine diese Sitzung ist in der Regel ein gro\u00dfer Erfolg. Wir etablieren damit die Voraussetzung, um \u00fcberhaupt im Focusing mit den einzelnen Anteilen arbeiten zu k\u00f6nnen. Generell w\u00fcrde ich also sagen, dass nach 7 Wochen mit jeweils einer Woche Unterricht plus der regelm\u00e4\u00dfigen \u00dcbung zu Hause ein sp\u00fcrbarer Erfolg da sein sollte.<\/p>\n<p>Aber Sie k\u00f6nnen Ihre ersten Schritte im Focusing auch in Eigenregie ausprobieren. Nehmen Sie sich dazu einfach mein Beispiel und die vier Schritte, die ich vorhin beschrieben habe, zu Hilfe. Und probieren Sie es aus.<\/p>\n<h6>WIE SIND SIE AUF FOCUSING GEKOMMEN?<\/h6>\n<p>Ich habe Focusing an der Universit\u00e4t Hamburg kennengelernt. Damals war es ein Buch mit sieben Siegeln f\u00fcr mich. Nach dem Ende meines Studiums der Psychologie und der Auseinandersetzung mit verschiedenen anderen Methoden und Ans\u00e4tzen habe ich mich daf\u00fcr entschieden, Focusing zu unterrichten. Focusing repr\u00e4sentiert f\u00fcr mich eine Art Kernprozess des Erlebens, und diesen Prozess kann ich in jeglicher anderer Methode gut gebrauchen. Anders ausgedr\u00fcckt ist Focusing f\u00fcr mich das, was alle anderen Methoden verbindet \u2013 denn alles, was ich tue, wof\u00fcr ich mich interessiere, wie ich mich entwickeln m\u00f6chte, hat immer mit meinem direkten, intimen, k\u00f6rperlichen Erleben zu tun.<\/p>\n<p>Heutzutage unterrichte ich die Methode noch immer, kombiniere sie aber in der direkten Arbeit mit Klientinnen und Klienten st\u00e4rker mit Coaching.<\/p>\n<h6>F\u00dcR WEN IST FOCUSING GEEIGNET?<\/h6>\n<p>Focusing ist f\u00fcr alle Menschen geeignet, die es lieben, eigenen Themen wirklich auf den Grund zu gehen und sich Schritt f\u00fcr Schritt zu entwickeln. Focusing setzt die F\u00e4higkeit voraus, mit den eigenen Themen selbstverantwortlich umzugehen.<\/p>\n<p>Focusing kann auch in Kombination mit anderen Methoden verwendet werden, zum Beispiel in einer Psychotherapie oder in einem Coaching. In solch einem Fall gelten dann die M\u00f6glichkeiten und Grenzen des jeweiligen Settings.<\/p>\n<h6>F\u00dcR WEN IST FOCUSING NICHT GEEIGNET?<\/h6>\n<p>Focusing ist weniger geeignet, wenn man schlecht selbstverantwortlich mit den eigenen Themen umgehen kann; wenn man nicht interessiert ist, sich den eigenen Themen zu stellen, oder wenn man nach schnellen L\u00f6sungen sucht. Focusing ist kein Therapieersatz.<\/p>\n<p>Haben Sie Lust bekommen, Focusing einmal auszuprobieren? M\u00f6chten Sie sich selbst besser verstehen und Ihre eigenen Gef\u00fchle, Gedanken und Empfindungen auf einer tieferen Ebene wahrnehmen? Dann probieren Sie die vier Schritte, die ich hier beschrieben habe, doch einmal aus.<\/p>\n<p>Haben Sie dabei Geduld mit sich selbst und versuchen Sie vielleicht, regelm\u00e4\u00dfig kleinere \u00dcbungseinheiten einzubauen. Denn je \u00f6fter Sie probieren, innerlich ruhig zu werden und mit sich selbst in einen inneren Dialog zu treten, desto leichter wird es Ihnen nach und nach fallen. Seien Sie gespannt, welch wunderbare Erfahrungen in Ihrem Inneren auf Sie warten.<\/p>\n<p><span style=\"color: #999999;\">\u00a9 Elmar Kruithoff f\u00fcr Zeit zu leben GmbH<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine besondere Einf\u00fchrung ins Focusing bietet Elmar Kruithoff in seinen Workshops. Diese finden live in ZIST oder als Online-Workshops statt und sind besonders f\u00fcr Menschen geeignet, die eine ruhige, nach innen gekehrte Arbeit mit Ihren Gef\u00fchlen suchen, die Unklarheit und Ambivalenz zul\u00e4sst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<a href='https:\/\/www.zist.de\/de\/programm?eventtype=&#038;speaker=2818&#038;eventlang=' class='small-button small#c6475a;' target=\"_blank\">Hier finden Sie die n\u00e4chsten Termine der Focusing-Workshops mit Elmar Kruithoff.<\/a>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><div class=\"ShariffHeadline\">Diesen Beitrag teilen <\/div><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-large\"><li class=\"shariff-button whatsapp shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#5cbe4a\"><a href=\"https:\/\/api.whatsapp.com\/send?text=https%3A%2F%2Fwww.zist.de%2Fblog%2F2025%2F01%2F07%2Ffocusing-einfuehrung-elmar-kruithoff%2F%20FOCUSING\" title=\"Bei Whatsapp teilen\" aria-label=\"Bei Whatsapp teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#34af23; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#34af23\" d=\"M17.6 17.4q0.2 0 1.7 0.8t1.6 0.9q0 0.1 0 0.3 0 0.6-0.3 1.4-0.3 0.7-1.3 1.2t-1.8 0.5q-1 0-3.4-1.1-1.7-0.8-3-2.1t-2.6-3.3q-1.3-1.9-1.3-3.5v-0.1q0.1-1.6 1.3-2.8 0.4-0.4 0.9-0.4 0.1 0 0.3 0t0.3 0q0.3 0 0.5 0.1t0.3 0.5q0.1 0.4 0.6 1.6t0.4 1.3q0 0.4-0.6 1t-0.6 0.8q0 0.1 0.1 0.3 0.6 1.3 1.8 2.4 1 0.9 2.7 1.8 0.2 0.1 0.4 0.1 0.3 0 1-0.9t0.9-0.9zM14 26.9q2.3 0 4.3-0.9t3.6-2.4 2.4-3.6 0.9-4.3-0.9-4.3-2.4-3.6-3.6-2.4-4.3-0.9-4.3 0.9-3.6 2.4-2.4 3.6-0.9 4.3q0 3.6 2.1 6.6l-1.4 4.2 4.3-1.4q2.8 1.9 6.2 1.9zM14 2.2q2.7 0 5.2 1.1t4.3 2.9 2.9 4.3 1.1 5.2-1.1 5.2-2.9 4.3-4.3 2.9-5.2 1.1q-3.5 0-6.5-1.7l-7.4 2.4 2.4-7.2q-1.9-3.2-1.9-6.9 0-2.7 1.1-5.2t2.9-4.3 4.3-2.9 5.2-1.1z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.zist.de%2Fblog%2F2025%2F01%2F07%2Ffocusing-einfuehrung-elmar-kruithoff%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button mailto shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#a8a8a8\"><a href=\"mailto:?body=https%3A%2F%2Fwww.zist.de%2Fblog%2F2025%2F01%2F07%2Ffocusing-einfuehrung-elmar-kruithoff%2F&subject=FOCUSING\" title=\"Per E-Mail versenden\" aria-label=\"Per E-Mail versenden\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#999; color:#fff\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#999\" d=\"M32 12.7v14.2q0 1.2-0.8 2t-2 0.9h-26.3q-1.2 0-2-0.9t-0.8-2v-14.2q0.8 0.9 1.8 1.6 6.5 4.4 8.9 6.1 1 0.8 1.6 1.2t1.7 0.9 2 0.4h0.1q0.9 0 2-0.4t1.7-0.9 1.6-1.2q3-2.2 8.9-6.1 1-0.7 1.8-1.6zM32 7.4q0 1.4-0.9 2.7t-2.2 2.2q-6.7 4.7-8.4 5.8-0.2 0.1-0.7 0.5t-1 0.7-0.9 0.6-1.1 0.5-0.9 0.2h-0.1q-0.4 0-0.9-0.2t-1.1-0.5-0.9-0.6-1-0.7-0.7-0.5q-1.6-1.1-4.7-3.2t-3.6-2.6q-1.1-0.7-2.1-2t-1-2.5q0-1.4 0.7-2.3t2.1-0.9h26.3q1.2 0 2 0.8t0.9 2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Focusing \u2013 Achtsam mit dem K\u00f6rper im Gespr\u00e4ch Von Elmar Kruithoff WAS IST FOCUSING? Beim Focusing geht es darum, sich selbst wahrzunehmen. Und zwar, indem man inneh\u00e4lt, ganz ruhig und still dasitzt oder -liegt und versucht, m\u00f6glichst genau zu sp\u00fcren, was in einem vorgeht. Wie sich der K\u00f6rper anf\u00fchlt. 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