Temporäre Kunstausstellung Clemens Büntig (ab 25.11.18)

Über Clemens Büntig und seine Kunst

Clemens Büntig wurde 1968 als viertes Kind von Christa und Wolf Büntig in San Francisco geboren. Ab seinem zweiten Lebensjahr wuchs er in ZIST auf. Mit 21 Jahren ging er zu Fuß nach Gibraltar, studierte Kunst in Spanien und in der Schweiz an der Schule für Gestaltung. Nach dem Diplom für Originaldruckgrafik zog er nach New York und druckte bei der renommierten Kunstdruckerei Pace Editions unter Aldo Crommelynck Editionen für Künstler wie Ed Ruscha, Jim Dine Jennifer Bartlett und anderen.

Nach vier Jahren Großstadt zog Clemens Büntig zurück nach Bayern, gründete eine Familie und eine eigene Druck- und Kurswerkstatt. Er arbeitete dort mit namhaften Künstlern und Institutionen zusammen wie zum Beispiel Sean Scully oder der Staatliche Graphische Sammlung in München. Büntigs kunsthandwerkliche Expertise zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass zum Beispiel das Brücke-Museum in Berlin ihm die Wiederauflage unter Verwendung der Originaldruckstöcke des Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff anvertraute.

Heute konzentriert sich Clemens Büntig auf die eigene künstlerische Arbeit und stellt im In- und Ausland mit zwei Druckgrafikkollegen aus. Unter dem Namen Dreipunkt Edition zeigen sie ihre Grafiken auf Kunstmessen wie der art KARLSRUHE, der EAB in New York oder auf der London Original Print Fair an der Royal Academy. Büntigs Arbeiten sind in privaten als auch öffentlichen Sammlungen wie der New York Public Library oder dem British Museum vertreten.

Clemens Büntig begann 1991 mit der künstlerischen Umsetzung des eigenen Körperinnenraumes, indem er mit geschlossenen Augen die wahrgenommene innere Körperwirklichkeit erforschte und jeweils den stärksten Impulsen folgte, um diese dann mit unterschiedlichen zeichnerischen und malerischen Mitteln umzusetzen. Die Fixierung auf ein bestimmtes Bildresultat verschwand zugunsten des Fokus auf eine erwartungsfreie Arbeitshaltung. Dieser Arbeitshaltung fühlt er sich bis heute verbunden. Dabei wird dem Zufall, den natürlichen Eigenschaften des Arbeitsmaterials, der eigenen Lust oder Unlust, visuellen Stimuli und dem Einfluss der Umgebung genauso Mitgestaltungsrecht eingeräumt, wie der bewusst geplanten Umsetzung einer Bildvorstellung. Es ist ein Schwingen zwischen bewusstem und unbewusstem Arbeiten und der Offenheit, sich vom Zufall überraschen und bereichern zu lassen. Formal tauchen oft pflanzliche oder organische Formen in Büntigs Bildern auf. Natur. Auf einer persönlichen Ebene ist das Kunstschaffen ein Forschen über die eigene Natur. "Wenn du dir Kunst als eine Begegnung von Materie und menschlichem Geist vorstellst, so liegt mein Interesse und 'Forschungsfeld' in genau dieser Begegnung. Vielleicht geht es in meiner Arbeit darum, experimentell herauszufinden, was meine eigene wahre Natur ist, beziehungsweise dieser zu begegnen, und sei es auch nur für den Niederschlag eines Bildes. In der Betrachtung von Natur, einer Pflanze oder Wolke erlebe ich Natur in seiner Reinform und meine eigene Natur geht in Resonanz damit. Wie die Saite einer Gitarre in Schwingung gerät, wenn sie von der menschlichen Stimme oder einem anderen Instrument 'angeklungen' wird. So besteht die Hauptarbeit eigentlich darin, ein neugieriger Zuschauer der 'eigenen' Arbeit zu sein und die Resonanz zuzulassen."

www.clemensbuentig.de
www.dreipunkt-edition.de

Flyer Clemens Büntig Kunstausstellung