Sucht*

Der vergebliche Versuch, ein wesentliches Bedürfnis mit Ersatz zu stillen.

Termin:
Fr., 26.6.2020, 18.30 h bis Mi., 1.7.2020, 14.00 h
( frei )
Kursgebühr:
Kursnummer:
200655
Leitung:
Teilen:

N. N. und N. N.: TaKeTiNa    

Sucht (altdeutsch: suht) bedeutet das Leiden an einer Krankheit. Im heutigen Sprachgebrauch verstehen wir Sucht als ein krankhaftes, weil vergebliches Verlangen. Sucht ist eine normale Begleiterscheinung der Entfremdung des zivilisierten Menschen von der Natur, auch von seiner eigenen wesentlichen Natur. So ist auch die Sehnsucht eine Krankheit – das Leiden daran, woanders sein zu wollen, als da wo wir sind, und nicht zu wissen, wie wir dorthin gelangen können.

Allen Süchten ist gemeinsam, dass das Suchtmittel – ob Zucker, Nikotin oder Heroin; ob Grübeln, Schnattern, Fernsehen, Arbeit oder Sex – das wesensgemäße Verlangen nicht stillen kann. Deshalb muss die Dosis, die aufgewendet werden muss, um – immer nur vorübergehend – den ersehnten Zustand vorzutäuschen, fortwährend erhöht werden.

Krankheit wird üblicherweise verstanden als Störung, die beseitigt werden muss. Sie kann aber auch erkannt werden als Zeichen dafür, dass uns etwas, das wir brauchen, fehlt. So kann die Sucht, auch die Sehnsucht, Wegweiser werden zu etwas Wesentlichem, zu dem wir den Zugang verloren haben.

Potentialorientierte Psychologie in der Menschenführung – Berufliche und persönliche Fortbildung in tiefenpsychologisch fundierter Potentialentfaltung

Fortbildung für Menschen, die in ihren Berufen andere Menschen führen und auf der Grundlage von wachsendem Selbstverständnis Menschenkenntnis gewinnen wollen.

Potentialorientierte Psychologie integriert die Menschenbilder konkurrierender Schulen zu einer zeitgemäßen Orientierung.

Der Behaviorismus versteht menschliches Verhalten wie das von Labortieren als Abfolge von konditionierten Reflexreaktionen und setzt auf Neukonditionierung zur Lösung von unbefriedigenden Verhaltensmustern.

Die Psychoanalyse Sigmund Freuds und seiner Nachfolger erkennt
  • das Unbewusste als Triebkraft für menschlicher Motivation,
  • die Verdrängung schmerzlicher und beschämender Bewusstseinsinhalte,
  • die Entwicklung eines idealisiertes Selbstbildes durch Anpassung in der frühen Kindheit,
  • die Abwehr von Impulsen, die das Ich-Ideal gefährden könnten,
  • das Wegdrücken (die Depression) von Empfindungen, Gefühlen und Emotionen,
  • die Übertragung frühkindlicher Beziehungserfahrungen auf die Beziehungen der Gegenwart und
  • den Widerstand gegen Veränderung – auch gegen Verbesserung –
und bemüht sich um Überwindung der Bindung an die Vergangenheit durch Introspektion, Reflexion und begriffliches Verständnis.
 
Humanistische Psychologie postuliert
  • das menschliche Potential – die Begabung zur umfassenden Menschlichkeit – in den Bereichen Da-Sein, Dabei-Sein, Jemand-Sein (Persönlichkeit) und Person-Sein (Abraham Maslow),
  • die Tendenz zur Entfaltung dieses Potentials im Prozess der Selbstverwirklichung (Carl Rogers) durch Erfüllung der menschlichen Bedürfnisse von den Grundbedürfnissen über die sogenannten höheren Bedürfnisse nach dem Wahren, Schönen und Guten, Wille, Kreativität, Humor, Werte, Dienst an der Gemeinschaft und Hingabe an Leben und Sterben bis hin zur
  • Offenheit für spirituelle Erfahrung als Merkmal menschlicher Gesundheit (Maslow).

Moderne Hirnforschung bestätigt alle drei Richtungen: Viel von unserem Verhalten ist Reflexgeschehen; unsere Motivation ist uns meist nicht bewusst, wir verleugnen und verdrängen und wehren uns gegen Veränderung und wir können über uns hinauswachsen.

In dieser Serie erforschen wir experimentell die Integration der vier genannten Elemente als Grundlage einer auf Potentialentfaltung ausgerichteten Menschenführung in Impulsreferaten, Übungen in Kleingruppen und Erfahrungsaustausch im Plenum.

In der täglichen Rhythmischen Körper-Bewusstseinsarbeit TaKeTiNa (Reinhard Flatischler) können wir auf spielerische Weise erkunden, wie wir uns für die Entfaltung unseres Potentials verschließen, oder über die Erfahrung von Gelöstheit, Durchlässigkeit, Getragensein, Vertrauen in den Fluss des Lebens und Lebensfreude lernen, uns dafür zu öffnen.

Die Workshops können einzeln zur jeweils angegebenen Kursgebühr gebucht werden.
Beim vierten Workshop dieser Serie gewähren wir nachträglich 5 % Ermäßigung auf die Kursgebühr aller vier Workshops.

Die Serie wird in den nächsten Jahren fortgesetzt mit neuen Themen.

Weitere Teile dieser Workshop-Reihe:

Weitere Informationen:

*Anerkennung von Fortbildungspunkten wird beantragt.

 

 

Wolf Büntig

Wolf Büntig

Dr. med., geb. 1937, ist Arzt mit Zusatztitel Psychotherapie, von der Bayerischen Landesärztekammer anerkannter Lehrtherapeut für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Gestalttherapie, Bioenergetik und Balintgruppen. Er entwickelt, praktiziert und lehrt Potentialorientierte Psychotherapie. Er hat mit Christa Büntig ZIST aufgebaut und leitet heute die ZIST gemeinnützige GmbH.