Tänze der Verbindung – SE Post Advanced Training

Was ist zu tun, wenn Pendulation und Titration nicht genug sind?

Termin:
Fr., 24.6.2016, 18.30 h bis Di., 28.6.2016, 14.00 h
Kursgebühr:
Kursnummer:
86.16
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Kurssprache Englisch mit Übersetzung

Mit Somatic Experiencing praktizieren wir eine revolutionäre Methode des Erkennens, der Integration und der Regulation von dissoziativen Reaktionen, die unmittelbar auf der Ebene des autonomen Nervensystems entstehen.

In dieser zweimoduligen Fortbildung erweitern wir den Fokus auf das Identifizieren von gleichsam gesunden wie dissoziativen Mustern auf allen Entwicklungsebenen des Gehirns, von Paul MacLean als Triune Brain beschrieben, und benennen sie an der Stelle, an der sie in Erscheinung treten.

Autonome dissoziative Reaktionen, wie Erstarrung, Flüchten und Kämpfen, können durch

  • die autonom-sensorische Ebene, die in Beziehung zu somatischer Regulation und körperlichen Überlebensimpulsen steht,
  • die limbisch-emotionale Ebene, die in Verbindung zu Beziehungs- und Zugehörigkeitsimpulsen steht, und
  • die präfrontal-kognitive Ebene, die im Zusammenhang zu Core-Identitätsimpulsen steht,

ausgelöst werden.

Körperliche Traumata, wie Autounfälle oder Stürze, aktivieren beispielsweise körperliche Überlebensimpulse, während Beziehungstraumata oder Isolation gewöhnlich tiefe evolutionäre Impulse zur Verteidigung zwischenmenschlicher Muster und Gruppenmuster aktivieren. Physische Behinderungen und familiäre Ereignisse sowie Bildungs- oder Karrieregeschehen können sogar intensive Traumareaktionen im Erleben unserer persönlichen Identität und Selbstdarstellung hervorrufen. Und: tatsächlich stammen nicht alle Probleme von erlebten Traumata ab. Andauernde, mäßige Regulation beim Umgang mit Beziehung in der Kindheit können unsere psychologische Entwicklung verlangsamen oder zum Stillstand bringen. Entwicklungsstörungen bedürfen spezifischer Erfahrungen im Umgang wie auch existenzieller Unterstützung, um sich verändern zu können und das braucht Zeit.

Therapeutische Interventionen müssen an die verschiedenen Ebenen adressiert sein, damit Klientinnen und Klienten heilen und reifer werden können.

Da die Symptome, die einen Mangel an Entwicklungsschritten aufzeigen, den Symptomen eines erlebten Traumas ähneln, werden wir Möglichkeiten erforschen, diese verschiedenen Symptome voneinander zu unterscheiden.

In dieser Fortbildung werden wir

  • das neuroaffective compass model nutzen, um gesunde und dissoziative Mechanismen, limbische und präfrontale Muster und die Art, in der sie interagieren, zu identifizieren;
  • zwischen dissoziativen Zuständen und unentwickelten Zuständen unterscheiden;
  • einige Herangehensweisen und Interventionen erlernen, um dissoziative Zustände zu integrieren oder unentwickelte Zustände in ihrer Entwicklung zu unterstützen;
  • eine Schritt für Schritt Herangehensweise für eine erfolgreiche Psychotherapie an den autonomen, limbischen und präfrontalen Ebenen der Gehirnentwicklung erlernen;
  • eine Art innerer Balance üben, die uns als Therapeutinnen und Therapeuten in einer optimalen therapeutischen Haltung unterstützt.

Die Fortbildung wird Vorlesungen, Diskussionen, interaktiven Übungen in Gruppen, Achtsamkeitsübungen, Bewegung und kleinere Therapiedemonstrationen beinhalten.

Die beiden Module sind nur zusammen buchbar.
Teilnahmebedingung ist eine abgeschlossene Ausbildung in Somatic Experiencing.
 
Termine
Beginn jeweils 18.30 h, Ende 14.00 h  
Fr., 24.6. – Di., 28.6.2016
Fr., 16.12. – Di., 20.12.2016