Werden, was ich bin: Lebensintegrationsprozess, Bewusstsein und Aufstellungsarbeit

Termin:
Do., 19.5.2022, 18.30 h bis So., 22.5.2022, 14.00 h
( frei )
Kursgebühr:
Kursnummer:
220530
Leitung:
Teilen:

Dieser Workshop bietet die Möglichkeit, in Praxis und Theorie den Lebensintegrationsprozess (LIP nach Nelles) kennenzulernen, eine tiefgreifende Weiterentwicklung der Aufstellungsarbeit. Im Unterschied zum Familienstellen geht es im LIP nicht um die anderen und unsere Schwierigkeiten mit ihnen, sondern um eine offene Begegnung mit sich selbst. Damit verbunden ist eine Haltung, die sich ganz mit der Gegenwart verbindet, die also aktuelle Schwierigkeiten nicht mehr der Vergangenheit anlastet.

Dr. Wilfried Nelles hat den LIP aus seinem Bewusstseinsmodell heraus entwickelt. Vom Platz der sicheren Gegenwart aus wendet man sich den Stellvertretern für die eigene Zeit im Mutterleib, die Kindheit und die Jugend zu. In ihnen erscheint, was aus den damaligen Lebensphasen und der jeweils damit verbundenen Bewusstseinsstufe heute gesehen werden will.

Man würdigt dabei alles, was man unbewusst getan hat, um bei den Menschen und den Umständen sein zu können, wo man geboren wurde und aufgewachsen war. Ganz ohne etwas daran zu verändern. Dies kann für erwachsene Menschen eine machtvolle Unterstützung dabei sein, ihre Kindheit und Jugend hinter sich zu lassen, und zwar nicht, indem sie sie abschneiden, sondern sie ganz in sich aufnehmen, genau so, wie sie war. Dadurch kommt man in einen tiefen Kontakt mit sich selber: man kommt zu sich, in die eigene Kraft, zu dem Leben, mit dem man geboren wurde.

Der LIP ist ein lebendiger Spiegel für eine Momentaufnahme des eigenen Seins. Er wirkt langfristig im Laufe von Monaten und Jahren. Er hilft dabei, Identifizierungen mit vergangenen Überlebensmustern zu lösen, mit blinden Flecken vertraut zu werden und frühere Traumata zu transformieren. Zudem kann die innere Vision des eigenen Lebens erscheinen, also das, wozu man da ist. Sie verlangt danach, nun im eigenen Leben die erste Geige zu spielen.

Maximale Teilnehmerzahl: 20

Literatur
Wilfried Nelles, Thomas Geßner: Die Sehnsucht des Lebens nach sich selbst, Innenwelt Verlag Köln, 2014
Wilfried Nelles: Alles ist Bewusstsein – Bewusstsein ist alles, Innenwelt Verlag Köln, 2016
Thomas Geßners Blog zu Aufstellungsarbeit und Lebensintegration:
http://gessner-aufstellungen.de/blog/

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Weitere Informationen:

Thomas Geßner

Thomas Geßner
Berlin. Dipl.-Theologe, Lehrtherapeut für Systemaufstellungen (DGfS), Autor, geb. 1964 in Halle/S. Er verbindet das Potential der phänomenologischen Aufstellungsarbeit mit seinen spirituellen Wurzeln in zwanzig Jahren Seelsorgepraxis. Sein methodischer Fokus liegt auf der Unterscheidung zwischen dem relativ sicheren Jetzt sowie einem vielleicht bedrohlichen, jedoch vergangenen Damals. Inhaltlich geht es darum, was das Leben gerade von uns will und wie wir dem folgen können.
Literatur
Thomas Geßner: Wie wir lieben. Und was wir alles aus Liebe tun oder vermeiden, Innenwelt Verlag, Köln, Edition Neue Psychologie, 2018
Thomas Geßner: Trauma, Illusion und Spiritualität. In Peter Bourquin, Kirsten Nazarkiewicz (Hg.): Trauma und Begegnung. Praxis der Systemaufstellung, Jahrbuch der DGfS, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2017
Wilfried Nelles, Thomas Geßner: Die Sehnsucht des Lebens nach sich selbst, Innenwelt Verlag, Köln, 2014 
Internet: www.gessner-aufstellungen.de