Wozu bin ich krank? – Aufstellungsarbeit zur seelischen Funktion von Symptomen

Termin:
Mi., 29.3.2017, 18.30 h bis So., 2.4.2017, 14.00 h
( frei )
Kursgebühr:
Kursnummer:
170354
Leitung:

In diesem Workshop geht es um den Zusammenhang von Symptombildungen und unbewusster Liebe. Viele Menschen teilen die Erfahrung, dass Krankheit sich nicht nur im sichtbaren Bereich abspielt. Mithilfe der Aufstellungsarbeit (Familienstellen und Weiterentwicklungen) schauen wir darauf, was Krankheitssymptome als Äußerungen der Seele leisten.

Manche Menschen versuchen mit ihren Symptomen unbewusst, ihren Eltern beziehungsweise anderen Angehörigen etwas Schweres abzunehmen, oder sie folgen ihnen in deren Krankheit. Manche Symptome verweisen auf frühere Überlebensleistungen, wie sie etwa in traumatische Erfahrungen verborgen sind. Manche enthalten in sich selbst die Schwelle zu einem hereindrängenden neuen Lebensbereich.

Aufstellungen können solche Zusammenhänge ans Licht bringen. Sie helfen dabei, sich von einem Symptom bis zu dessen seelischem Auftrag führen zu lassen bis zu dem Punkt, wo ein Mensch unbewusst liebt. Wenn diese Liebe gesehen, gefühlt und gewürdigt wird, erfüllt sich damit die Mission des Symptoms, und es entspannt sich. So tragen wir etwas Wesentliches zu seiner Entlastung bei. Dabei bleibt völlig offen, ob und wie Körper und Psyche der seelischen Auflösung eines Symptoms folgen, nachdem sie es oft über Jahre hinweg ausgebildet hatten. Heilung kann man nicht machen, man kann ihr aber einen inneren Raum öffnen. Genau das ist unser Thema.

Über die praktische Aufstellungsarbeit hinaus reflektieren wir die unmittelbare Anschauung in der täglichen Runden-Arbeit. So stellen wir Verbindungen her zu unserer beruflichen und persönlichen Erfahrung sowie zu den theoretischen Hintergründen dieser Arbeit.

Willkommen sind: Interesse an den systemischen Zusammenhängen von Symptomen, eigene Erfahrung mit Krankheit, gesunde Skepsis, die Bereitschaft, als Stellvertreter in Aufstellungen zu stehen, und eigene Themen oder Fälle einzubringen.

Dieser Workshop ist auch zur Fortbildung für Fachkräfte aus den Heil- und Sozialberufen geeignet.

Literatur
Wilfried Nelles und Thomas Geßner: Die Sehnsucht des Lebens nach sich selbst, Innenwelt Verlag
 
 

Salutogenese – Förderung des Heilungspotentials

Vom Umgang mit Menschen, die gesund bleiben oder werden wollen

Diese Fortbildungsreihe für Fachkräfte aus den Heil- und Sozialberufen vermittelt Grundkenntnisse und praktische therapeutische Fertigkeiten für eine gezielte Unterstützung einer notwendigen medizinischen Behandlung durch Mobilisierung des natürlichen Potentials zur Heilung.

Salutogenese ist ein vom amerikanisch-israelischen Arzt Aaron Antonovsky entwickelter Ansatz, der sich mit der Entstehung, der Förderung und der Erhaltung von Gesundheit befasst. Während die Pathogenese die Entwicklung zum Beispiel von Infektionskrankheiten mit der Infektion durch sogenannte Erreger – Viren oder Bakterien – begründet, welche durch entsprechende Medikamente zu schwächen oder zu beseitigen sind, studiert Salutogenese Faktoren, die die Widerstandskraft der Person erhöhen und die Entfaltung ihres Potentials zu Gesundheit fördern.

Bei Menschen, die Mitverantwortung für ihre Gesundung und Gesundheit übernehmen und ihre Abwehrkraft stärken wollen, sind psychotherapeutische Methoden angezeigt, die zur unmittelbaren Teilnahme am gegenwärtigen Leben, zum emotionalen Ausdruck und zur kreativen Alltagsgestaltung durch Autonomie, Kohärenzgefühl, Selbstwirksamkeit, Rhythmus, freies Atmen, gesunde Ernährung, Imagination, Vertrauen, Humor, Lebensfreude, Wahrheitsliebe, Sinn und andere heilsame Faktoren motivieren.

Die Workshops können einzeln zur jeweils angegebenen Kursgebühr gebucht werden.
Beim vierten Workshopbesuch dieser Serie gewähren wir nachträglich 5 % Ermäßigung auf die gesamte Kursgebühr.     
 

Thomas Geßner

Thomas Geßner
geb. 1964 in Halle/Saale, Dipl.-Theologe, Lehrtherapeut für Systemaufstellungen (DGfS), lebt in Berlin. Thomas Geßner war zwanzig Jahre lang evangelischer Pfarrer, bevor er sich beruflich ganz der Aufstellungsarbeit zuwandte. In Aus- und Weiterbildungen, Seminaren und Einzelberatungen verbindet er die Möglichkeiten der phänomenologischen Aufstellungsarbeit mit seinen spirituellen Wurzeln in der Seelsorge. Er ist Gastdozent an verschiedenen Weiterbildungsinstituten und schreibt über die Hintergründe seiner Arbeit.
Buchveröffentlichung:
Wilfried Nelles, Thomas Geßner: Die Sehnsucht des Lebens nach sich selbst; Innenwelt Verlag, Köln 2014
Internet: www.gessner-aufstellungen.de