Wozu bin ich krank?

Symptome und die unbewusste Liebe darin: Aufstellungsarbeit bei Krankheit – Lebensintegrationsprozess (LIP nach Nelles) und Symptomaufstellungen

Termin:
Di., 15.11.2022, 18.30 h bis Fr., 18.11.2022, 14.00 h
( frei )
Kursgebühr:
Kursnummer:
221134
Leitung:
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In diesem Workshop geht es um den Zusammenhang von Krankheit, Symptombildungen und unbewusster Liebe. Wir folgen der Wahrnehmung, dass Krankheiten sich nicht nur im unmittelbar sichtbaren Bereich vollziehen. Mithilfe der Aufstellungsarbeit (Lebensintegrationsprozess nach Nelles, Symptomaufstellungen und Weiterentwicklungen) schauen wir darauf, was unsere Krankheitssymptome als Äußerungen der Seele zeigen und bewirken wollen. Sie enthalten in sich selbst die Schwelle zu einem hereindrängenden neuen Bereich unseres Lebens.

Manche Symptome verweisen auf frühere Überlebensleistungen, wie sie etwa in traumatische Erfahrungen verborgen sind, und drängen auf eine entspannende Transformation. Manche Symptome helfen unbewusst, den Eltern oder anderen Angehörigen etwas Schweres abzunehmen beziehungsweise ihnen in deren Krankheit zu folgen. Aufstellungen können solche Zusammenhänge ans Licht bringen. Sie helfen dabei, sich von dem Symptom selbst zu seinem seelischen Auftrag führen zu lassen, also genau bis zu dem Punkt, wo ein Mensch unbewusst liebt. Wenn diese Liebe gesehen, gefühlt und gewürdigt wird, ist die Mission des Symptoms erfüllt und es kann sich entspannen.

Es bleibt dabei offen, ob und wie Körper und Psyche der seelischen Auflösung eines Symptoms folgen, nachdem sie es oft über Jahre hinweg ausgebildet hatten. Heilung kann man nicht machen, jedoch kann man ihr einen inneren Raum öffnen. Genau das beschreibt unseren Fokus. Über die praktische Aufstellungsarbeit hinaus reflektieren wir die unmittelbare Anschauung in der täglichen Runden-Arbeit. So stellen wir Verbindungen her zu unserer beruflichen und persönlichen Erfahrung sowie zu den theoretischen Hintergründen dieser Arbeit.

Willkommen sind: Interesse an den systemischen Zusammenhängen von Symptomen, persönliche beziehungsweise berufliche Erfahrung mit Krankheit, gesunde Skepsis, die Bereitschaft, als Stellvertreter in Aufstellungen zu stehen und eigene Themen oder Fälle einzubringen.

Dieser Workshop ist zur Fortbildung für Fachkräfte aus den Heil- und Sozialberufen geeignet.

Literatur
Wilfried Nelles und Thomas Geßner: Die Sehnsucht des Lebens nach sich selbst, Innenwelt Verlag, Köln, 2014
 
 
 

Weitere Informationen:

Thomas Geßner

Thomas Geßner
Berlin. Dipl.-Theologe, Lehrtherapeut für Systemaufstellungen (DGfS), Autor, geb. 1964 in Halle/S. Er verbindet das Potential der phänomenologischen Aufstellungsarbeit mit seinen spirituellen Wurzeln in zwanzig Jahren Seelsorgepraxis. Sein methodischer Fokus liegt auf der Unterscheidung zwischen dem relativ sicheren Jetzt sowie einem vielleicht bedrohlichen, jedoch vergangenen Damals. Inhaltlich geht es darum, was das Leben gerade von uns will und wie wir dem folgen können.
Literatur
Thomas Geßner: Wie wir lieben. Und was wir alles aus Liebe tun oder vermeiden, Innenwelt Verlag, Köln, Edition Neue Psychologie, 2018
Thomas Geßner: Trauma, Illusion und Spiritualität. In Peter Bourquin, Kirsten Nazarkiewicz (Hg.): Trauma und Begegnung. Praxis der Systemaufstellung, Jahrbuch der DGfS, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2017
Wilfried Nelles, Thomas Geßner: Die Sehnsucht des Lebens nach sich selbst, Innenwelt Verlag, Köln, 2014 
Internet: www.gessner-aufstellungen.de