Über die ZIST Akademie

ZIST gründete die ZIST Akademie für Psychotherapie (ZIST Akademie) mit dem Ziel, das Gedankengut der Humanistischen Psychologie und die jahrzehntelange Erfahrung von ZIST in der Weiterbildung in Potentialorientierter Psychotherapie in einem staatlich anerkannten Ausbildungsinstitut zu verankern.

Die ZIST Akademie integriert in der Potentialorientierten Psychotherapie als einer Variante der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie

  • das Menschenbild der Humanistischen Psychologie mit ihren Konzepten vom menschlichen Potential, der Hierarchie der Bedürfnisse und der Selbstverwirklichung im Dienst an der Schöpfung;
  • in der Theorievermittlung
    • die Erkenntnisse der Psychoanalyse seit Sigmund Freud vom Unbewussten, von der Übertragung früher Beziehungserfahrung auf die Beziehungen der Gegenwart, vom Widerstand gegen Veränderung durch die Abwehr von möglicherweise heilsamer Beziehungserfahrung und von der Wiederholung der vergangenen leidvollen Erfahrung infolge dieser Abwehr;
    • die Beobachtung Wilhelm Reichs, dass Abwehr, Widerstand und Übertragung mit Muskelkraft geleistete Arbeit und in einer konfliktspezifischen Charakterstruktur organisiert sind;
    • das Wissen der Verhaltensforschung, dass unspezifische Reize in frühen Lernerfahrungen gebahnte, der gegenwärtigen Situation unangemessene Reaktionen reflexartig auslösen, als Wegweiser zu blockierter Potentialentfaltung wahrgenommen und durch Konfrontation mit neuer Lernerfahrung mobilisiert werden und durch deren Wiederholung zu bewusstem Verhalten reifen können;
    • die Einsicht aus dem Systemstellen, dass Leugnung und Verdrängung von Gegebenheiten in der Familiengeschichte ebenso wie in der persönlichen Entwicklung Lebenskraft bindet und dass Zustimmung zur Wahrheit heilt,    
und
  • in der therapeutischen Praxis eine Vielfalt an therapeutischem Handwerkszeug aus unterschiedlichen Verfahren wie der Gestalttherapie, der tiefenpsychologisch fundierten Körperpsychotherapie, der Verhaltenstherapie, der Ericksonschen Hypnotherapie, dem Familienstellen, der Musik- und Kunsttherapie und anderen.

2011 erhielt die ZIST Akademie die staatliche Anerkennung als Ausbildungsinstitut nach dem Psychotherapeutengesetz mit dem Schwerpunkt tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Seither veranstaltet die ZIST Akademie fünfjährige Teilzeitausbildungen für Psychologinnen und Psychologen mit Diplom- und Master-Abschluss zur Erlangung der Approbation als Psychologische Erwachsenen-Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.

Ab 2017 beginnt als neues Angebot der ZIST Akademie eine fünfjährige berufsbegleitende Ausbildung in Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie (KJPT) mit dem Schwerpunkt tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Zugangsbedingung ist ein Diplom- oder Masterabschluss in Psychologie (einschließlich klinische Psychologie), Pädagogik, Sozialpädagogik, Sozialarbeit, Sonderpädagogik oder Heilpädagogik an Universitäten oder gleichgestellten Hochschulen und Fachhochschulen.

Die Ausbildung in tiefenpsychologisch fundierter KJPT gleicht in der Vermittlung der psychodynamischen Theorie im Wesentlichen der Ausbildung in Erwachsenen-Psychotherapie (EPT), wobei Konflikt-, Struktur- und Objektbeziehungstheorie und Charakterkunde eine geringere Rolle spielen, unterscheidet sich jedoch wesentlich von der in EPT in der Vermittlung von phasenspezifischer, störungsrelevanter und kontextbezogener Praxis:

  • Entwicklungspsychologie und tiefe Selbsterfahrung als Basis für die Entwicklung von Empathie mit Kindern jeden Alters sind noch wichtiger als in der EPT.
  • Testverfahren spielen eine größere Rolle.
  • Die Fähigkeit, jemand anderem achtsam und aufmerksam zuzuhören und gleichzeitig seinen eigenen Standpunkt gewaltfrei zu vertreten, ist in der KJPT besonders bedeutsam.
  • Auch ist das Medium ein völlig anderes – sehr viel geht über aktuelles Spielen und das Spiel in Gedanken.
  • Eine große Vielfalt von Symptomen – vom unstillbaren Schreien, Einnässen und Einkoten über autoaggressive Aktivitäten wie Nägelbeißen, Kratzen und Ritzen bis hin zum Komasaufen – und Symptombildern – Apathie, Hospitalismus, Mutismus, ADHS, Essstörungen, Substanzabhängigkeit und so weiter – will als prä-, non- oder transverbale Kommunikation nicht wahrgenommener Not verstanden werden.
  • Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten müssen nicht nur mit Kindern unterschiedlicher Altersstufen umgehen können, sondern auch mit Eltern, Lehrern, Ämtern, Gesetzeshütern, Gerichten und anderen Institutionen.

Die Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung an der ZIST Akademie der bisherigen Jahrgänge schätzen das integrative Lernen von theoretisch versierten und in langjähriger Praxis erfahrenen Dozenten sowie die Möglichkeit, das Gelernte auch im alltäglichen Umgang miteinander in einer vertrauten Lernsippe an einem stillen, ganzheitliches Lernen unterstützenden Ort übend zu erfahren.