Fortbildung für Psychotherapeuten, Ärzte, Heilpraktiker (begrenzt auf das Gebiet der Psychotherapie), Sozialpädagogen und in der Kinder- und Jugendpflege Tätige (jeweils m/w/d) sowie Eltern
Partizipative Kinder- und Jugend-Psychotherapie und Beratung – ein längst überfälliges Denken und Handeln – wird im Feeling-Seen Ansatz praktiziert. Es geht um die Haltung, Kindern und Jugendlichen in allen psychosozialen Institutionen den Rang einzuräumen, den sie verdienen: gesehen, verstanden und unterstützt werden.
Workshopteilnehmer (m/w/d) erhalten Impulse für bindungsorientierte und mentalisierungsfördernde Interventionen. Sie lernen die in der Mimik und der Stimme erkennbaren Affekte des Kindes und der Eltern in deren subjektiv-gefühlsmäßigem Erleben ebenso zu benennen wie deren Auslöser, sodass mentalisierte Affektivität im Sinne Fonagys gefördert wird.
Zentral geht es um unbeantwortete Bindungserwartungen und unerfüllte Grundbedürfnisse des Kindes sowie um Möglichkeiten ihrer Befriedigung auf imaginativer und realer Ebene. Es findet somit eine motivationale Zielfestlegung durch das Kind statt. Das Kind kann sich verstanden fühlen, Vertrauen entwickeln und sich in der therapeutischen Zusammenarbeit öffnen. Diesen Prozess mitzuerleben berührt emotional häufig auch die anwesenden Eltern. Sie können in ihrem reflexiven Empathievermögen gefördert und wieder im Sinne Kegans zu einer einbettenden Kultur für die Entwicklung ihres Kindes werden.
Elternarbeit Elterngespräche führen, aber wie?
Auf der Elternseite können unverarbeitete Kindheitskonflikte oder Traumata die Interpretation kindlicher Signale wie ein Filter verzerren. Daher wird ergänzend zum familientherapeutischen Setting ein Konzept der Elternarbeit mit Elternteaching, Elterncoaching und Elterntherapie vorgestellt. Gezeigt und geübt werden Strategien und Interventionen zur Bearbeitung von elterlichen Übertragungen und Projektionen auf das eigene Kind. Das emotionsfokussierte Vorgehen hat sich bewährt, unter anderem zur Emotionsregulation, Deeskalation in Konflikten und Vermeidung von Machtkämpfen. Es geht um den Subjektstatus des Kindes und um dessen Partizipation in Psychiatrie, Psychotherapie, Beratung und Jugendhilfe.
*Anerkennung von Fortbildungspunkten wird beantragt.
Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut und Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut, ist Supervisor und Trainer, Begründer der Methode Feeling-Seen®, Leiter des Feeling-Seen Instituts und des Albert Pesso Instituts, Dozent der Ärztekammer Niedersachsen sowie an zahlreichen Ausbildungsinstituten in Deutschland, Österreich, Niederlande, Tschechische Republik, China und den USA. Er berät und schult Kliniken, ärztliche und psychologische Psychotherapeuten (m/w/d), Jugendämter, Verfahrensbeistände, Richter (m/w/d), Jugendhilfeeinrichtungen, Beratungsstellen, Kindergärten und Schulen in der Umsetzung seiner Konzeption in ganz Deutschland.