Und ich glaube, dass es vor allem darauf ankommt, folgendes zu verstehen: Bewusstheit per se – durch und aus sich selbst heraus – kann heilsam sein. (Fritz Perls)
Die Gestalttherapie ist kreativ, unmittelbar und kontaktvoll. Das spiegelt sich in einem Lernen mittels der 3 E:
existenziell (Lernen durch Selbstverantwortung),
experienziell (Lernen durch Erfahrung) und
experimentell (Lernen durch Ausprobieren).
Sie lernen die folgenden gestalttherapeutischen Konzepte theoretisch und praktisch kennen:
Achtsamkeit, Bewusstheit und mittlerer Modus: Gestalt-Modi des Bewusstseins Alle Welt redet von Achtsamkeit. Fritz Perls hat sie als einer der ersten für die Psychotherapie und Selbsterfahrung nutzbar gemacht. Dabei werden die Gegenwartsmomente (Stern) als stimulierende Kräfte der Kontakt- und Prozessgestaltung verstanden und genutzt. Sie lernen das Ritual der Paar-Kontemplation kennen und nutzen, es kultiviert die Mitte zwischen den Polaritäten jeder Erfahrung (der mittlere Modus), in der wir ohne Absicht frei sind.
Acht Phasen einer idealtypischen Begegnung und der Kontaktzyklus des Erlebens Die acht Phasen beschreibt Johannes Feuerbach mit den Begriffen Gewahren, Platzieren, Ankommen, Vorbereiten, Impuls geben, Antworten, Begleiten und Sammeln. Der Kontaktzyklus beschreibt den Prozess, durch und in dem lehrreiche Erfahrungen gemacht werden. Im aktuellen Kontaktzyklus geht es immer um die jeweils bestmögliche Lösung. Dabei werden frühe Prägungen anerkannt und die Möglichkeiten der aktuellen Situation kreativ genutzt. Die acht Phasen werden auch an einem Tango-Schritt gezeigt und geübt.
Kontakt, -funktionen und -grenzen Wir interessieren uns für das, was wir gut gebrauchen können und wir weisen zurück, was uns schadet. Dies geschieht an der Kontaktgrenze. Die kann unter anderem flexibel und anpassungsfähig, vertraut, entdeckerfreudig oder rigide sein. Welche Prägungen die Flexibilität der Kontaktgrenze unterstützen und welche sie hemmen, ist immer eine aktuelle Untersuchung wert.
Die Hintergründe der Gestalttherapie: Gestaltpsychologie, Existenzialismus, Phänomenologie und Feldtheorie Mit interessierten Teilnehmern (m/w/d) demonstrieren wir kurztherapeutische Gestalt-Interventionen. Sie können zeigen, wie sinnvolle und stimmige Erfahrungen im Hier und Jetzt belastende Notlösungen und ihre Folgen kreativ verstören und heilsam beeinflussen. Fragen der Anschlussfähigkeit des Gelernten im eigenen Tätigkeitsfeld und im Alltag werden diskutiert.
Teilnehmer (m/w/d): Psychotherapeuten, Menschen in helfenden und heilenden Berufen und andere Interessierte
*Anerkennung von Fortbildungspunkten wird beantragt.
Dipl.-Päd. Aus der Lomi-Körperarbeit, der Gestalttherapie, der Kontemplation und dem Tango entwickelte er Beziehung, die man tanzen kann als Selbsterfahrungsmethode für Paare, die er in mehreren europäischen Ländern unterrichtet. In der Ausbildung von Gestalttherapeuten (m/w/d) arbeitet er als Dozent, Lehrtherapeut und Supervisor; in seiner Berliner Praxis mit den Schwerpunkten Paar- und Gruppentherapie und Kontemplation. Er ist von der Europäischen Vereinigung für Psychotherapie (EAP) und der Europäischen Vereinigung für Gestalttherapie (EAGT) akkreditiert.
Veröffentlichungen
(2010): Beziehung, die man tanzen kann: Selbsterfahrung für Paare. In: Musik-, Tanz- und Kunsttherapie. 21. Jg., H. 3, S. 113–122
(2017): Beziehung, die man tanzen kann: Partnerschaft und Tango. In: Ralf Sartori (Hg.): Tango Global Bd. 3 – Tango in Berlin. Allitera: München, S. 122–144
(2019): Das Selbst als Tor und Brücke in den Basisbewegungen des Tango Argentino. In: Musik-, Tanz und Kunsttherapie. 29. Jg., H. 1, S. 29–34
(2022): Beziehung, die man tanzen kann – Gestalttherapeutische Perspektiven. In: Gestalttherapie – Forum für Gestaltperspektiven. 36. Jg, H. 2, S. 95–119
(Die Essays sind als Sonderdruck in ZIST erhältlich.)