Raja Selvam
Foto: © Dr. Raja Selvam, Gründer des ISP

 

ISP – INTEGRALE SOMATISCHE PSYCHOLOGIE
Was ist das?

 

Die Integrale Somatische Psychotherapie (ISP) ist ein von Ph.D., Ph.D. Raja Selvam entwickeltes integratives Modell, das auf der westlichen und östlichen Psychologie aufbaut und bestrebt ist, allen Therapiemodellen ihre Daseinsberechtigung zuzugestehen. Alle Facetten menschlichen Erlebens (unser Denken, Fühlen, Erinnern, Vorstellen, In-Kontakt-Treten, unser verbaler und nonverbaler Selbstausdruck und unser Handeln) basieren auf unseren drei Körpern – dem physischen, dem feinstofflichen und dem absoluten (oder Bewusstseinskörper) – und ihrer Interaktion. Der alleinige Fokus auf das Gehirn als A und O unserer Erfahrungen – so wichtig und wertvoll er auch ist – bedeutet eine Einschränkung des Verständnishorizonts der Psychologie. In der ISP werden auf Gebieten wie Affektregulierung, Bindung, Stress und Trauma die Aspekte Körper, Energie und Bewusstsein ganzheitlich integriert. Im Fokus stehen das Muskelsystem (vom somatischen Nervensystem gesteuert), die inneren Organe (vom autonomen Nervensystem gesteuert) und das Zentralnervensystem. Instrumentarien der Arbeit sind bewusstes Wahrnehmen über Bewegung, Atem, Töne bis hin zu zwischenmenschlicher Resonanz und Eigenberührung der Klienten oder Berührung durch die Therapeutin oder den Therapeuten. Gefühle werden stärker verkörpert, das heißt man lernt, sie besser zu spüren und zu tolerieren, um deren regulierende Funktion wieder zu ermöglichen.

VERKÖRPERTE EMOTIONEN – BESSERE THERAPIEERGEBNISSE

Untersuchungen haben gezeigt, dass ein umfassenderes körperliches Erleben von Emotionen umfassendere Therapieerfolge verspricht. Dies gilt nicht nur in emotionaler Hinsicht, sondern auch für die kognitive und die Verhaltensebene. Die Integrale Somatische Psychologie (ISP) bietet therapeutisch Tätigen jeder Art Methoden an, um durch stärkere Verkörperung von Emotionen kognitive, emotionale, verhaltensmäßige, körperliche, energetische, spirituelle und auf der Beziehungsebene angesiedelte Therapieerfolge zu fördern.

DER BALANCEAKT RUND UM EMOTIONALE REGULATION UND PHYSIOLOGISCHE REGULATION

Die Integrale Somatische Psychologie basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zur physiologischen Seite von Emotionen, Bindung, Resonanz, Beziehungen, Kognitionen, Verhalten, Stress und Traumen. Daneben gründet sie sich auf ein simples Modell, das aufzeigt, wie die physiologische Regulation beschaffen sein muss, um ein verkörpertes Erleben von Emotionen zu ermöglichen. Hierbei muss einerseits sichergestellt werden, dass sich die maßgeblichen Emotionen nicht durch allzu viel physiologische Regulation in Luft auflösen und dass die Emotionen andererseits nicht zu einer Dysregulation des Körpers führen, die sich dann in psychophysiologischen Symptomen niederschlägt.

DIE EINBEZIEHUNG VON EMOTIONEN JEDER ART ALS BESTANDTEIL EINER VOLLSTÄNDIGEREN VERKÖRPERUNG VON EMOTIONEN

Im Sinne einer umfassenderen Arbeit an Emotionen widmet sich ISP nicht nur primären Emotionen wie etwa Glück und Trauer und Kombinationen aus primären Emotionen (sekundäre Emotionen). Vielmehr befasst sich die Arbeit auch mit den in der Therapie oft übersehenen, dabei aber wesentlich durchgängiger vorhandenen sensomotorischen Emotionen: elementaren emotionalen Reaktionen wie etwa der, sich angezogen oder abgestoßen zu fühlen. Bei Vorgehensweisen, die sich darauf konzentrieren, Körperempfindungen zu verfolgen oder körperliche Abwehrmechanismen
zu durchbrechen, werden diese jedoch leicht zunichte gemacht. Mit Blick auf eine wirksamere emotionale Arbeit umfassen die Lerninhalte von ISP zudem auch Theorien zur affektiven Entwicklung sowie Strategien, wie sich alle Ebenen des emotionalen Erlebens unterstützen lassen.

MÖGLICHKEITEN FÜR DIE ARBEIT MIT DEM PHYSISCHEN KÖRPER ZUR BESSEREN VERKÖRPERUNG VON EMOTIONEN

ISP stützt sich auf ein detailliertes Wissen um die Erzeugung und Abwehr von Emotionen in den einzelnen Schichten des physischen Körpers (Muskeln, Organe und Nervensystem). In Verbindung hiermit geht es auch um den umgang mit den entsprechenden Formen somatischer Abwehr. Es werden einfache, in unterschiedlichste Formen von Psychotherapie integrierbare Interventionen wie Wahrnehmung, gezielte Intention, Atmung, Bewegung und Selbstberührung vermittelt, die den Zugang zu Emotionen erschließen beziehungsweise helfen, diese zu entwickeln und zu verkörpern.

DIE EINBEZIEHUNG DES INDIVIDUELLEN SOWIE DES KOLLEKTIVEN PHYSISCHEN ENERGIEKÖRPERS IN DIE ARBEIT MIT EMOTIONEN UND ANDEREN ERFAHRUNGEN

Zur Arbeit auf der Ebene des physischen Körpers kommt bei ISP als einem System, das auf östlichen und westlichen Modellen der Energiepsychologie basiert, die Arbeit mit dem Energiekörper. ISP befasst sich mit der Rolle, die dieser bei der Erzeugung sämtlicher psychologischer Erfahrungen sowie deren Abwehr spielt und zudem mit den Zusammenhängen zwischen dem individuellen physischen Körper und Energiekörper sowie dem kollektivem physischen Körper und Energiekörper, auf den die individuellen Erfahrungen zurückgehen. Die Einbindung auch dieser Dimensionen fördert zusätzlich die Erfolgsaussichten unterschiedlichster Therapieansätze.

WER PROFITIERT AM MEISTEN VON DER INTEGRALEN SOMATISCHEN PSYCHOLOGIE?

Die Integrale Somatische Psychologie (ISP) bietet einen komplementären körperpsychotherapeutischen Ansatz an, der darauf abzielt, auf der physischen, energetischen, kognitiven, affektiven, Verhaltens-, Beziehungs-
und spirituellen Ebene bessere Erfolge mit therapeutischen Verfahren jeder Art (auch anderen körperpsychotherapeutischen Verfahren) zu erzielen.
Am hilfreichsten dürfte das ISP Training für Therapeutinnen und Therapeuten sein, die bei ihrer psychotherapeutischen Arbeit bereits in gewissem umfang den Körper oder den Aspekt der Energie einbeziehen.

 


 

ZIST bietet regelmäßig Weiterbildungen zur Integralen Somatischen Psychologie (ISP) an. Weiterhin leitet Dr. Raja Selvam in ZIST Advanced Trainings in Somatic Experiencing (SE).

Hier finden Sie die aktuellen Workshops mit Dr. Raja Selvam.

 

 

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