Das Neuroaffektive Beziehungsmodell zur Heilung von Entwicklungstrauma – The NeuroAffective Relational Model (NARM)*

Termin:
Fr., 17.3.2017, 18.30 h bis Mi., 22.3.2017, 14.00 h
Kursgebühr:
Kursnummer:
83.16

Kurssprache Englisch mit Übersetzung
20 Tage, April 2016 bis Oktober 2017

Achtung: In diese bereits laufende Fortbildung können noch Teilnehmerinnen oder Teilnehmer hinzu kommen, die bereits bei Larry Heller die Module I und 2 absolviert haben und dies nachweisen können, ebenso wie Nachholer.

Die spontane Bewegung in uns allen zielt auf Verbindung. Ungeachtet dessen, wie zurückgezogen und isoliert wir geworden sind, und ungeachtet der Schwere des Traumas, das wir erlebt haben, gibt es – gerade so, wie die Pflanze sich spontan auf die Sonne zubewegt – in jedem von uns einen Impuls in Richtung Verbundenheit mit uns selbst und mit anderen.
Dr. Laurence Heller

Das Neuroaffektive Beziehungsmodell (NARM) ist ein psychodynamischer und körperorientierter Ansatz für die Behandlung von Entwicklungstrauma, der gleichzeitig mit der Dysregulation des Nervensystems, mit gewachsenen Identitätsverzerrungen und mit deren wechselseitiger Verflechtung arbeitet. Das gleichzeitige Arbeiten auf der körperlichen und der psychologischen Ebene menschlichen Seins ist eine bedeutsame Perspektivenerweiterung mit tiefgründigen Implikationen für die Arbeit mit Beziehungs-, Entwicklungs- und Bindungstrauma.

Das Anliegen von NARM ist die Verbindung mit sich selbst, den Gefühlen, dem Körper und der eigenen Lebendigkeit. Sie ist, ebenso wie die Verbindung mit anderen, unser tiefstes Bedürfnis und unsere größte Herausforderung im Leben.

Konzeptionelle Grundannahmen
NARM beruht auf der Grundannahme, dass die unzureichende Befriedigung biologischer Grundbedürfnisse die somatische und affektive Selbstregulierung, die Identität und die Beziehungsfähigkeit deutlich beeinträchtigt. In dem Ausmaß, in dem unsere biologischen Grundbedürfnisse nicht befriedigt werden, entwickeln wir auf somatischer Dysregulation beruhende Überlebensstrategien. Wir entfremden uns dabei von unserem Körper, verlieren die Verbindung zu unseren Emotionen und entwickeln in der Folge Identitätsverzerrungen und Beziehungsstörungen.

Arbeitsweise
NARM arbeitet mit diesen aus dem Verlust der Verbindung entstandenen und im weiteren Leben unbewusst wirksamen Überlebensmustern auf den Ebenen von Identität, Emotion, Physiologie und Verhalten. Die Arbeit ist nicht-regressiv, ressourcenorientiert und erfolgt beziehungsbezogen im Hier-und-Jetzt. Sie verbindet Somatic Experiencing mit psychodynamischen Modellen wie Bindungs- und Objekt-Beziehungs-Theorie und schlägt gleichzeitig einen Bogen zu einem umfassenderen Verständnis über die Natur von Identität.

Methodisch arbeitet NARM gleichermaßen und gleichzeitig von unten nach oben (bottom-up), vom Stammhirn zum Neokortex, wie von oben nach unten (top-down), vom Neokortex zum Stammhirn. Das Vorgehen von oben nach unten arbeitet mit Kognitionen und mit Emotionen und konzentriert sich auf die Erkundung und Auflösung von behindernden Identifikationen in Bezug zu sich selbst und anderen. Das Vorgehen von unten nach oben fokussiert auf den Körper, das Spürbewusstein (somatic mindfulness) und die instinktiven Reaktionen, die durch das Stammhirn vermittelt werden und dann nach oben wandern, wo sie die limbischen und kortikalen Areale des Gehirns beeinflussen. Die Integration beider Herangehensweisen erweitert erheblich die therapeutischen Optionen in der Arbeit mit Entwicklungstrauma.

Fortbildungsinhalte
Die Fortbildungsinhalte umfassen das konzeptionelle Verständnis sowie die grundlegenden Vorgehensweisen und Arbeitsmethoden von NARM, im Einzelnen für

  • die Unterschiede zwischen Entwicklungstrauma und Schocktrauma,
  • die Arbeit mit Kontakt und Kontaktverlust in Bezug zu sich selbst und zu anderen,
  • die funktionale Einheit zwischen biologischer und psychologischer Entwicklung,
  • die fünf Grundbedürfnisse und deren entwicklungspsychologische Bedeutung,
  • die Entstehung und Funktion der fünf grundlegenden Überlebensstrategien,
  • die wechselseitige Beziehung von Nervensystem-Dysregulation und Identitätsverzerrungen,
  • die Erkundung und die Auflösung von scham-basierten Identifizierungen und stolz-basierten Gegenidentifizierungen,
  • die implizite Absicht von Emotionen und die psychobiologische Vervollständigung,
  • die Arbeit in der Gegenwart und die Bedeutung somatischer Achtsamkeit im therapeutischen Prozess,
  • den NARM Heilungskreislauf und die Arbeit top-down und bottom-up.

Zielgruppe
Diese Fortbildung ist offen für Menschen, die psychotherapeutisch tätig sind. Interessenten, die nicht mindestens ein Jahr Weiterbildung in Somatic Experiencing absolviert haben, müssen an einem Einführungsseminar teilnehmen. Im Einzelfall entscheiden Dr. Heller und von ihm benannte Assistenten über die Zulassung.

Umfang der Fortbildung
Die Fortbildung dauert, verteilt über einen Zeitraum von zwei Jahren, vier mal fünf Tage, insgesamt zwanzig Tage mit 160 Unterrichtseinheiten (UE). Zur Sicherung der Qualitätsansprüche des Trainings und zur abschließenden Zertifizierung sind neben der Teilnahme an den 160 UE zehn Stunden Einzelsitzungen und zehn Stunden Supervision obligatorisch.

Supervisionen können als Einzel- oder als Gruppensupervision vereinbart werden. Von den insgesamt zehn Stunden Supervision sollen vier Stunden mit Dr. Laurence Heller, von den verbleibenden sechs Stunden mindestens zwei Stunden als Einzelsupervision genommen werden.

Literatur
Heller, Laurence und LaPierre, Aline: Entwicklungstrauma heilen, Alte Überlebensstrategien lösen, Selbstregulierung und Beziehungsfähigkeit stärken. Kösel Verlag

Einführungsvideo über NARM mit Dr. Laurence Heller im Internet unter: insightcenter.org/Narm/

Termine
Beginn jeweils 18.30 h, Ende 14.00 h

Di., 19.4. – So., 24.4.2016
So., 16.10. – Fr., 21.10.2016
Fr., 17.3. – Mi., 22.3.2017
Do., 19.10. – Di., 24.10.2017

Interessenten an der Fortbildung erhalten auf Anfrage unser Informationsmaterial zum Training, Anmeldeunterlagen und einen Bewerbungsbogen für die Teilnahme. 

Weitere Informationen:

Die Kursgebühr ist zahlbar in Raten von 770 € für das erste Modul und jeweils 740 € für die Module zwei, drei und vier.  
In der Kursgebühr ist das Buch von Laurence Heller und Aline LaPierre (siehe Literatur) als Arbeitsgrundlage für das Training enthalten. Das Buch wird im ersten Workshop ausgegeben.

Hinzu kommen Kosten für die Einzelsitzungen und Supervisionen.
Einzelheiten zu den Kosten erhalten Sie mit unserem Informationsmaterial zum Training. Die Zahlung der Einzelsitzungen und Supervisionen erfolgt direkt vor Ort.  

*Anerkennung von Fortbildungspunkten wird beantragt.

Laurence S. Heller

Laurence S. Heller

Ph.D., lehrt körperorientierte Psychotherapie seit über fünfunddreißig Jahren. Er ist Co-Autor von Entwicklungstrauma heilen, Alte Überlebensstrategien lösen, Selbstregulierung und Beziehungsfähigkeit stärken. Er ist ebenfalls Co-Autor von Trauma-Lösungen, einem Buch über Autounfälle und die Grundlagen der Schock-Trauma Auflösung. Dr. Heller ist der Urheber von NARM, dem Neuroaffektiven Beziehungsmodell (NeuroAffective Relational Model) und Seniorlehrer für Somatic Experiencing. Er unterrichtet NARM und Somatic Experiencing regelmäßig in Europa und den USA.

Internet: www.drlaurenceheller.com