Sucht*

Termin:
So., 5.8.2018, 18.30 h bis Fr., 10.8.2018, 14.00 h
( frei )
Kursgebühr:
Kursnummer:
180855
Leitung:
Teilen:

Anita Neudorfer & Leonard Seifert: TaKeTiNa    

Ein Weg muss ein Herz haben!
Wohin gehen wir, Don Juan? Dorthin, wo wir herkommen.
Carlos Castaneda, Reise nach Ixtlan
 

Sucht ist der vergebliche Versuch, ein wesentliches Bedürfnis mit Ersatz zu stillen.

Sucht ist ein altdeutsches Wort für Krankheit. Im heutigen Sprachgebrauch verstehen wir Sucht als ein krankhaftes Verlangen. Auch die Sehnsucht ist eine Krankheit – die Krankheit, woanders sein zu wollen, als wir sind, und nicht zu wissen, wie wir dort hin gelangen können.

Allen Süchten ist gemeinsam, dass das Suchtmittel – ob Zucker, Nikotin oder Heroin, ob Grübeln, Schnattern, Fernsehen, Arbeit oder Sex – das Verlangen nicht stillen kann. Deshalb muss die Dosis, die aufgewendet werden muss, um – immer nur vorübergehend – den ersehnten Zustand zu erreichen, fortwährend erhöht werden.

Krankheit wird üblicherweise verstanden als Störung, die beseitigt werden muss. Sie kann aber auch erkannt werden als Zeichen dafür, dass uns etwas, das wir brauchen, fehlt. So kann die Sucht, auch die Sehnsucht, Wegweiser werden zu etwas Wesentlichem, zu dem wir den Zugang verloren haben.

Im Workshop werden wir durch Entzug des Ersatzes mit der Übung des Fühlens, der Selbsterinnerung (Gurdjeff) oder der Inquiry (Almaas) diesem Wegweiser folgen.

Die Rhythmischen Körper-Bewusstseinsarbeit TaKeTiNa (Reinhard Flatischler) ist eine von vielen Möglichkeiten unter anderen, auf spielerische Weise die Gewohnheiten zu erkunden, mit deren Hilfe wir uns vom Ersehnten fernhalten, und uns fürs Mögliche zu öffnen.

Dieser Workshop ist auch zur Fortbildung für Fachkräfte aus den Heil- und Sozialberufen geeignet.

Berufliche und persönliche Fortbildung in tiefenpsychologisch fundierter Potentialentfaltung – Menschenkenntnis durch Selbsterkenntnis

Gott schläft im Stein,
atmet in der Pflanze,
träumt im Tier und
erwacht im Menschen.
 
Eine Fortbildungsserie für Menschen, die Menschen führen:
Psychotherapeuten, Ärzte, Psychologen, Sozialpädagogen und Sozialarbeiter, Lehrer, Erzieher, Mütter und Väter, Führungskräfte in der Wirtschaft, Polizisten, Offiziere, Coaches, Geistliche ...
 

Potentialorientierte Psychologie integriert die Menschenbilder konkurrierender Schulen zu einer zeitgemäßen Orientierung für Menschen, die mit Menschen arbeiten.

Der Behaviorismus versteht menschliches Verhalten wie das von Tieren als Abfolge von konditionierten Reflexen und setzt auf Neukonditionierung zur Lösung von unbefriedigenden Verhaltensmustern.

Die Psychoanalyse Sigmund Freuds erkennt

  • das Unbewusste als Ausgangspunkt von menschlicher Motivation, 
  • die Abwehr von Impulsen, die ein idealisiertes Selbstbild gefährden könnten,
  • die Depression von Empfindungen, Gefühlen und Emotionen, 
  • die Verdrängung schmerzlicher und beschämender Bewusstseinsinhalte,
  • die Übertragung frühkindlicher Beziehungserfahrungen auf die Beziehungen der Gegenwart und  
  • den Widerstand gegen Veränderung – auch gegen Verbesserung –

und bemüht sich um Überwindung der Bindung an die Vergangenheit durch Introspektion, Reflexion und begriffliches Verständnis.

Humanistische Psychologie postuliert

  • das menschliche Potential – die Begabung zur umfassenden Menschlichkeit – in den Bereichen Da-Sein, Dabei-Sein, Jemand-Sein (Persönlichkeit) und Person-Sein (Abraham Maslow),
  • die Tendenz zur Entfaltung dieses Potentials zur Selbstverwirklichung (Carl Rogers) durch Erfüllung der menschlichen Bedürfnisse von den Grundbedürfnissen bis hin zu den sogenannten höheren Bedürfnisse nach dem Wahren, Schönen und Guten, Wille, Kreativität, Humor, Werten, Hingabe und Dienst an der Gemeinschaft
  • sowie die Offenheit für spirituelle Erfahrung als Merkmal menschlicher Gesundheit.

Physiologie und moderne Hirnforschung bestätigen alle drei Richtungen: Viel von unserem Verhalten ist Reflexgeschehen; unsere Motivation ist uns meist nicht bewusst; wir verleugnen und verdrängen und wehren uns gegen Veränderung; und wir können – dank der sogenannten Neuroplastizität – über uns hinauswachsen.

In dieser Serie werden wir gemeinsam vor dem Hintergrund der vier genannten Bewusstseinsbereiche Elemente einer potentialorientierten Psychologie als Grundlage einer auf Potentialentfaltung ausgerichteten Menschenführung in Impulsreferaten, Übungen in Kleingruppen und Erfahrungsaustausch im Plenum experimentell entdecken.

In der Rhythmischen Körper-Bewusstseinsarbeit TaKeTiNa (Reinhard Flatischler) können wir auf spielerische Weise die Gewohnheiten erkunden, mit deren Hilfe wir uns – und von uns geführte andere sich – für Potentialentfaltung verschließen oder öffnen.

Die Workshops können einzeln zur jeweils angegebenen Kursgebühr gebucht werden.
Beim vierten Workshopbesuch dieser Serie gewähren wir nachträglich 5 % Ermäßigung auf die gesamte Kursgebühr.
 
Die Serie wird in den nächsten Jahren fortgesetzt mit neuen Themen.

Weitere Teile dieser Workshop-Reihe:

Weitere Informationen:

*Anerkennung von Fortbildungspunkten wird beantragt.

Wolf Büntig

Wolf Büntig

Dr. med., geb. 1937, ist Arzt mit Zusatztitel Psychotherapie, von der Bayerischen Landesärztekammer anerkannter Lehrtherapeut für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Gestalttherapie, Bioenergetik und Balintgruppen. Er entwickelt, praktiziert und lehrt Potentialorientierte Psychotherapie. Er hat mit Christa Büntig ZIST aufgebaut und leitet heute die ZIST gemeinnützige GmbH.