Wille*

Termin:
So., 17.12.2017, 18.30 h bis Fr., 22.12.2017, 14.00 h
( frei )
Kursgebühr:
Kursnummer:
171255
Leitung:

Anita Neudorfer & Leonard Seifert: TaKeTiNa    

Alle sagten, "Das geht nicht!". Einer hat das vergessen und hat's gemacht.

"Allahs Wille geschehe", grüßte Wali, und Mulla Nasrudin antwortete: "Der geschieht sowieso, immer. Wenn's anders wäre, müsste doch meiner manchmal geschehen".

Wille ist Durchsetzung der Bedürfnisse – von den sogenannten Mangelbedürfnissen nach sicherer Existenz, Zugehörigkeit, Territorium, Selbstbehauptung und Fortpflanzung über die spezifisch menschlichen Bedürfnisse bis hin zur Sehnsucht nach dem Einklang mit allem Sein.

Es gibt ein Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten unseres Willens. Am einen Ende sehen wir den Säugling jeden Alters, der darauf angewiesen ist, dass jemand sein Brüllen als Ohnmacht oder Hemmung versteht und ihm gibt, was er braucht, oder ihm zeigt, wie er seinem Alter angemessen fühlen und ausdrücken kann, was er braucht, ohne brüllen zu müssen; und am anderen Ende den Erfahrenen, der mit Möricke sagen kann: "Herr, schicke was du willst" oder mit Krishnamurti: "Frei ist, wer keine Wahl hat!"

Im Workshop studieren wir, wie wir uns selbst und anderen dabei helfen können, uns einerseits von früh erworbenen Selbstbehinderungen zu lösen und andererseits die uns schicksalhaft gegebenen Begrenzungen zu akzeptieren und so den Umgang mit diesem Drang zur Erfüllung gegebener Möglichkeiten, den wir – im Gegensatz zur Willkür – Willen nennen, optimal zu gestalten.

Dieser Workshop ist auch zur Fortbildung für Fachkräfte aus den Heil- und Sozialberufen geeignet.

Potentialorientierte Psychologie in der Menschenführung – Menschenkenntnis durch Selbstkenntnis

Gott schläft im Stein,
atmet in der Pflanze,
träumt im Tier und
erwacht im Menschen.
 
Eine Fortbildungsserie für Menschen, die Menschen führen:
Psychotherapeuten, Ärzte, Psychologen, Sozialpädagogen und Sozialarbeiter, Lehrer, Erzieher, Mütter und Väter, Führungskräfte in der Wirtschaft, Polizisten, Offiziere, Coaches, Geistliche ...
 

Potentialorientierte Psychologie integriert die Menschenbilder konkurrierender Schulen zu einer zeitgemäßen Orientierung für Menschen, die mit Menschen arbeiten.

Der Behaviorismus versteht menschliches Verhalten wie das von Tieren als Abfolge von konditionierten Reflexen und setzt auf Neukonditionierung zur Lösung von unbefriedigenden Verhaltensmustern.

Die Psychoanalyse Sigmund Freuds erkennt

  • das Unbewusste als Ausgangspunkt von Motivation,
  • die Übertragung frühkindlicher Beziehungserfahrungen in die Beziehungen der Gegenwart,
  • die Abwehr primärer ebenso wie reaktiver Impulse,
  • die Verdrängung schmerzlicher und beschämender Bewusstseinsinhalte und
  • den Widerstand gegen Veränderung, auch gegen Verbesserung,

und bemüht sich um Überwindung der Bindung an die Vergangenheit durch Introspektion, Reflexion und begriffliches Verständnis.

Humanistische Psychologie postuliert

  • das menschliche Potential – die Begabung zur umfassenden Menschlichkeit – in den Bereichen Da-Sein, Dabei-Sein, Erfolgreich-Sein und Person-Sein entsprechend Abraham Maslows Bedürfnishierarchie.
  • die Tendenz zur Entfaltung dieses Potentials zur Selbstverwirklichung (Carl Rogers) durch Erfüllung der menschlichen Bedürfnisse von den Grundbedürfnissen bis hin zu den sogenannten höheren Bedürfnisse nach dem Wahren, Schönen und Guten, Wille, Kreativität, Humor, Werten, Hingabe und Dienst an der Gemeinschaft
  • sowie die Offenheit für spirituelle Erfahrung als Merkmal von Gesundheit.

Physiologie und moderne Hirnforschung bestätigen alle drei Richtungen: Viel von unserem Verhalten ist Reflexgeschehen; unsere Motivation ist uns meist nicht bewusst; wir verleugnen und verdrängen und wehren uns gegen Veränderung; und wir können – dank der sogenannten Neuroplastizität – über uns hinauswachsen.

In dieser Serie werden wir gemeinsam vor dem Hintergrund der vier genannten Bewusstseinsbereiche Elemente einer potentialorientierten Psychologie als Grundlage einer auf Potentialentfaltung ausgerichteten Menschenführung in Impulsreferaten, Übungen in Kleingruppen und Erfahrungsaustausch im Plenum experimentell entdecken.

In der Rhythmischen Körper-Bewusstseinsarbeit TaKeTiNa (Reinhard Flatischler) können wir auf spielerische Weise die Gewohnheiten erkunden, mit deren Hilfe wir uns – und von uns geführte andere sich – für Potentialentfaltung verschließen oder öffnen.

Die Workshops können einzeln zur jeweils angegebenen Kursgebühr gebucht werden.
Beim vierten Workshopbesuch dieser Serie gewähren wir nachträglich 5 % Ermäßigung auf die gesamte Kursgebühr.
 
Die Serie wird in den nächsten Jahren fortgesetzt mit neuen Themen wie Persönlich ReifenSucht, Persönlichkeit und Person und anderen.

Weitere Teile dieser Workshop-Reihe:

Weitere Informationen:

*Anerkennung von Fortbildungspunkten wird beantragt.

Wolf Büntig

Wolf Büntig

Dr. med., geb. 1937, ist Arzt mit Zusatztitel Psychotherapie, von der Bayerischen Landesärztekammer anerkannter Lehrtherapeut für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Gestalttherapie, Bioenergetik und Balintgruppen. Er entwickelt, praktiziert und lehrt Potentialorientierte Psychotherapie. Er hat mit Christa Büntig ZIST aufgebaut und leitet heute die ZIST gemeinnützige GmbH.