Wozu bin ich krank? – Aufstellungsarbeit zur seelischen Funktion von Symptomen

Termin:
Mi., 31.10.2018, 18.30 h bis So., 4.11.2018, 14.00 h
( frei )
Kursgebühr:
Kursnummer:
181054
Leitung:

In diesem Workshop geht es um den Zusammenhang von Krankheit, Symptombildungen und unbewusster Liebe. Wir folgen der alten Erfahrung, dass Krankheiten sich nicht nur im unmittelbar sichtbaren Bereich vollziehen. Mithilfe der Aufstellungsarbeit (Familienstellen, Symptomaufstellungen und Weiterentwicklungen) schauen wir darauf, was unsere Krankheitssymptome als Äußerungen der Seele leisten. Sie enthalten in sich selbst die Schwelle zu einem hereindrängenden neuen Bereich unseres Lebens.

Manche Symptome verweisen auf frühere Überlebensleistungen, wie sie etwa in traumatische Erfahrungen verborgen sind, und drängen auf eine entspannende Transformation. Manche Symptome helfen unbewusst, den Eltern oder anderen Angehörigen etwas Schweres abzunehmen beziehungsweise ihnen in deren Krankheit zu folgen. Aufstellungen können solche Zusammenhänge ans Licht bringen. Sie helfen dabei, sich von dem Symptom selbst zu seinem seelischen Auftrag führen zu lassen, also genau bis zu dem Punkt, wo ein Mensch unbewusst liebt. Wenn diese Liebe gesehen, gefühlt und gewürdigt wird, ist die Mission des Symptoms erfüllt und es kann sich entspannen.

Es bleibt dabei offen, ob und wie Körper und Psyche der seelischen Auflösung eines Symptoms folgen, nachdem sie es oft über Jahre hinweg ausgebildet hatten. Heilung kann man nicht machen, jedoch kann man ihr einen inneren Raum öffnen. Genau das beschreibt unseren Fokus. Über die praktische Aufstellungsarbeit hinaus reflektieren wir die unmittelbare Anschauung in der täglichen Runden-Arbeit. So stellen wir Verbindungen her zu unserer beruflichen und persönlichen Erfahrung sowie zu den theoretischen Hintergründen dieser Arbeit.

Willkommen sind: Interesse an den systemischen Zusammenhängen von Symptomen, persönliche beziehungsweise berufliche Erfahrung mit Krankheit, gesunde Skepsis, die Bereitschaft als Stellvertreter in Aufstellungen zu stehen und eigene Themen oder Fälle einzubringen.

Dieser Workshop ist auch zur Fortbildung für Fachkräfte aus den Heil- und Sozialberufen geeignet.

Literatur
Wilfried Nelles und Thomas Geßner: Die Sehnsucht des Lebens nach sich selbst, Innenwelt Verlag
 
 

Salutogenese – Förderung des Heilungspotentials

Vom Umgang mit Menschen, die gesund bleiben oder werden wollen

Diese Fortbildungsreihe für Fachkräfte aus den Heil- und Sozialberufen vermittelt Grundkenntnisse und praktische therapeutische Fertigkeiten für eine gezielte Unterstützung einer notwendigen medizinischen Behandlung durch Mobilisierung des natürlichen Potentials zur Heilung.

Salutogenese ist ein vom amerikanisch-israelischen Arzt Aaron Antonovsky entwickelter Ansatz, der sich mit der Entstehung, der Förderung und der Erhaltung von Gesundheit befasst. Während die Pathogenese die Entwicklung zum Beispiel von Infektionskrankheiten mit der Infektion durch sogenannte Erreger – Viren oder Bakterien – begründet, welche durch entsprechende Medikamente zu schwächen oder zu beseitigen sind, studiert Salutogenese Faktoren, die die Widerstandskraft der Person erhöhen und die Entfaltung ihres Potentials zu Gesundheit fördern.

Bei Menschen, die Mitverantwortung für ihre Gesundung und Gesundheit übernehmen und ihre Abwehrkraft stärken wollen, sind psychotherapeutische Methoden angezeigt, die zur unmittelbaren Teilnahme am gegenwärtigen Leben, zum emotionalen Ausdruck und zur kreativen Alltagsgestaltung durch Autonomie, Kohärenzgefühl, Selbstwirksamkeit, Rhythmus, freies Atmen, gesunde Ernährung, Imagination, Vertrauen, Humor, Lebensfreude, Wahrheitsliebe, Sinn und andere heilsame Faktoren motivieren.

Die Workshops können einzeln zur jeweils angegebenen Kursgebühr gebucht werden.
Beim vierten Workshopbesuch dieser Serie gewähren wir nachträglich 5 % Ermäßigung auf die gesamte Kursgebühr.     
 

Thomas Geßner

Thomas Geßner
geb. 1964 in Halle/Saale, Dipl.-Theologe, Lehrtherapeut für Systemaufstellungen (DGfS), lebt in Berlin. Thomas Geßner war zwanzig Jahre lang evangelischer Pfarrer, bevor er sich beruflich ganz der Aufstellungsarbeit zuwandte. In Aus- und Weiterbildungen, Seminaren und Einzelberatungen verbindet er die Möglichkeiten der phänomenologischen Aufstellungsarbeit mit seinen spirituellen Wurzeln in der Seelsorge. Er ist Gastdozent an verschiedenen Weiterbildungsinstituten und schreibt über die Hintergründe seiner Arbeit.
Buchveröffentlichung:
Wilfried Nelles, Thomas Geßner: Die Sehnsucht des Lebens nach sich selbst; Innenwelt Verlag, Köln 2014
Internet: www.gessner-aufstellungen.de